Viel Aktivitäten neben dem Sport

Jahresversammlung der Aktivsportgruppe im FC Chammünster / Schwierige Neuwahl

CHAMMÜNSTER (chi). Einige Mitglieder der Aktivsportgruppe im FC Chammünster überlegten am letzten Mittwoch bei der Jahresversammlung im Vereinsheim schon laut, ob das "aktiv" nicht besser aus der Bezeichnung der Seniorensportgruppe in der FCC-Turnabteilung gestrichen werden sollte, nachdem sich keiner so recht an der Leitung der Gruppe beteiligen wollte. Schließlich sicherte Karl-Heinz Frank mit seiner Bereitschaft zur Übernahme des Gruppenvorsitzes doch, dass diese eigentlich außergewöhnlich aktive Truppe weiter neben der wöchentlichen Turnstunde auch im geselligen Bereich tätig werden kann, wenngleich er hier eine Reduzierung der Vorhaben ankündigte. Zuvor hatte die bisherige Leiterin Marianne Sigl nochmal die verschiedensten Unternehmungen aufgelistet, die von den Sportlern in den vergangenen Jahren durchgeführt worden waren.
Ein Großteil der Sportgruppe war zur Jahresversammlung gekommen und Vorsitzende Marianne Sigl freute sich, dass auch FC-Hauptvorstand Franz Schneider und der Mitbegründer der Aktivsportler Karl-Heinz Frank sowie die Übungsleiterin Anita Gruber dazu gestoßen waren. Sie erinnerte an den Höhepunkt des vergangenen Jahres, den 10. Geburtstag der Aktivsport-Gruppe, der mit einem kleinen Festabend im Vereinsheim begangen worden war. Karl-Heinz Frank hatte dabei die Festrede gehalten und an Höhen und Tiefen in der Gruppenentwicklung erinnert.
Eine Institution in den Veranstaltungen in Chammünster ist inzwischen der "Tag des Bieres" geworden, der von der Aktivsportgruppe zusammen mit Braumeister Georg Siegl organisiert wird, heuer zum fünften Mal. Das letzte Mal hatte Georg Siegl das Fasslpichn vorgeführt, so wie es früher bei den Holzfässern nötig war, und Kreisheimatpfleger Hans Wrba hatte Bierlieder vorgestellt. Da an dieser Veranstaltung seit ein paar Jahren auch die "Altstadtfreunde" teilnehmen, hat sich der "Biertag" zu einem überörtlichen Kulturtermin entwickelt. Auch in diesem Jahr wird dieser Gedenktag wieder am 23. April in der Brauerei Hintereder stattfinden.
Während bei dieser Veranstaltung der Zulauf recht groß ist, schwinden die Teilnehmerzahlen bei anderen der Aktivsportler. Ein Zweitagesausflug musste daher ausfallen, an der Radtour nach Kötzting nahmen nur sechs Personen teil, zum Volksfest nach Cham marschierten nur vier und bei der kulturhistorischen Wanderung um den Lamberg mit den "Altstadtfreunden" war von den Sportlern nur eine dabei. Da ist es für einen Vorstand nicht leicht, attraktive gesellschaftliche Angebote zu finden, wenn die Mitglieder keinerlei Anregungen geben.
Ein anderes Problem ist der mangelnde Nachwuchs. "Seit Gründung der Aktiv-Sportgruppe sind wir alle um zehn Jahre älter geworden", stellte Marianne Sigl fest, und da können halt immer mehr nicht mehr aktiv an den Turnstunden teilnehmen. Zur Zeit sind es zwar erst drei der etwa 25 Mitglieder, aber die Zeit arbeitet gegen die Sportgruppe, wenn es nicht gelingt, neue Ab-50er in das Team zu integrieren. Wo doch Übungsleiterin Anita Gruber immer ein passendes Gymnastik- und Fitnessangebot macht.
Marianne Sigl bedauerte auch, dass immer weniger aus der Gruppe das Sportabzeichen machen. Früher waren es bis zu zehn Mitglieder, heute stellen sich nur noch zwei dem Wettbewerb. Aber die Turnstunden seien zum Glück immer gut besucht. Zum Schluss dankte Marianne Sigl allen, die aktiv in der Gruppe mitgemacht haben, besonders dem Vorstandsteam und Übungsleiterin Anita Gruber, "dass sie uns fit hält". Und sie stellte fest, "dass meine Zeit von 1997 bis jetzt trotz einiger Nackenschläge schön war und es für mich eine Ehre war, als Junge euch Ältere zu führen". Aber es hat eben in letzter Zeit von einigen Kritik gegeben, die Marianne Sigl veranlasst hat, die Gruppenleitung niederzulegen.
Die anwesenden Mitglieder konnten die kritischen Zitate gar nicht glauben: "I bin entstetzt, sprachlos, dass irgendeiner so was gsagt hat." Und: "Wej's da's gmacht hast, so hat's passt und so woll ma's weiter ham." Aber der Entschluss von Marianne Sigl stand fest. Sie zählte nur noch mal die ganzen Angebote auf, die sie mit ihrem Führungsteam in den letzten Jahren aufgestellt hatte, um zu zeigen, dass so eine Gruppenleitung eben doch nicht umsonst existiert.
Ludwig Magerl hatte noch die Statistik der Aktivsportler dabei: 33 Turnstunden gab es im letzten Jahr, fleißigste Mitturnerin war Franziska Reif, gefolgt von ihm, Marianne Sigl, Emilie Reimer und Berta Eisenreich. Da der Ludwig auch "Sparschweinverwalter" ist, belegte er auch dessen Fütterung und Abmagerungskuren. Insgesamt hat es aber durchaus Reserven angelegt. Aber auch er wollte nach zehn Jahren dieses Amt niederlegen.
FC-Vorstand Franz Schneider ermunterte die Gruppenleitung, nicht zu resignieren und sich ein dickes Fell gegen Kritik zuzulegen. Er dankte für die vielen Aktivitäten der Gruppe und las aus dem BLSV-S-Programm vor, was man eventuell noch in der Gruppe machen könnte, um sie für neue Mitglieder attraktiv zu machen. Übungsleiterin Anita Gruber lobte, "dass die Gruppe so toll mitmacht", und hoffte, dass es so weitergehe. Sie dankte Karl-Heinz Frank, dass er oft kurzfristig für sie eingesprungen sei.
Schwierig gestaltete sich die Neuwahl der Gruppenleitung. Nach vergeblichen Versuchen, Marianne Sigl umzustimmen, erklärte sich Karl-Heinz Frank bereit, den Vorsitz zu übernehmen, wenn er aktive Mitstreiter bekommt. "Alloa mach' i nix", verdeutlichte er. Als Stellvertreterin ließ sich schließlich doch Marianne Sigl, der die Gruppe ja ans Herz gewachsen ist, wählen und Elfriede Wanninger wurde erfolgreich gedrängt, erneut als Mitglied der Gruppenleitung zu fungieren. Ludwig Magerl erklärte sich bereit, die Buchungen der Sparschweinbewegungen vorzunehmen, in der Vorstandschaft der Gruppe vertritt ihn aber nun Helga Heigl.
"Ich hoffe, dass die Gruppenarbeit net so zaach weiter geht wie die Wahl jetzt", meinte Karl-Heinz Frank zum Schluss, kündigte aber an, dass nicht mehr so viele außersportliche Angebote gemacht werden wie bisher. "Ihr müsst's damit zufrieden sein, ihr habt's uns g'wählt." Und Ludwig Magerl bat, für den "Tag des Bieres" am 23. April noch Werbung zu machen. Wahrscheinlich wird nochmal das Fasslpichn demonstriert.