Ein Blick zurück ganz ohne Zorn
Jahresversammlung der Eisstockabteilung im FC Chammünster / Vorstandschaft bestätigt
CHAM
(chi). "Eigentlich schau i lieber nach vorn als zurück", erklärte am
Samstagabend Richard Sauer, Abteilungsleiter der Eisstockschützen im FC
Chammünster, bei der Jahreshauptversammlung der Abteilung im Vereinsheim, "aber
desmol schau i doch zurück." Denn er hatte Grund, seinen Mitstreitern in der
Abteilungsleitung und den Mitgliedern zu danken, dass seine ersten beiden Jahre
als Abteilungsleiter so erfolgreich abgelaufen sind. Und weil auch die anderen
Stockschützen mit ihrer Abteilung und deren Vorstandschaft zufrieden waren,
wurde die Führungsmannschaft bei der Neuwahl einstimmig in ihren Ämtern
bestätigt.
Zur Jahreshauptversammlung konnte Abteilungsleiter Richard Sauer neben etlichen
Mitgliedern - es hätten aber ruhig mehr sein können - auch FC-Hauptvorstand
Franz Schneider, Ehrenvorstand Hans Bayer und Stadtrat Michael Daiminger
willkommen heißen. Nach dem Totengedenken listete er dann die sportlichen
Leistungen der Stockschützen, aber auch die vielen anderweitigen Aktivitäten
auf, die in fünf Ausschusssitzungen vorbereitet worden waren. Mit vier
Mannschaften ist die FCC-Abteilung im Wettkampfeinsatz, wobei die Mannschaft
eins bei den Wintermeisterschaften 2004 den Aufstieg in die Bezirksliga Nord
geschafft hat und bei der folgenden Meisterschaft die Klasse mit einem dritten
Platz gut halten konnte. Im Sommer läuft's nicht ganz so gut, da sind die Mannen
auf Platz 5 der Kreisliga gelandet. Die zweite Mannschaft kämpft in der
B-Klasse, in der sie nun auch im Sommer wetteifern muss, da sie aus der A-Klasse
absteigen musste. Die dritte Mannschaft ist Sommer wie Winter in der D-Klasse,
die Mannschaft vier in der E-Klasse.
Aber zumindest konnte die erste Mannschaft bei der Landkreismeisterschaft noch
den Vizemeister-Titel ergattern. Bei den Vereinsmeisterschaften Sommer und
Winter traten je sechs Mannschaften à drei Schützen an. Ansonsten wurde im
Sommer die Kreismeisterschaft der E-Klasse auf den FCC-Bahnen bestens
organisiert, zum Abteilungsjubiläum gab's ein eigenes Turnier mit 36
Mannschaften und natürlich wurde auch die Eisstock-Dorfmeisterschaft unter der
mittlerweile bewährten Schirmherrschaft von Dr. Hans-Jürgen Moser, der aber
diesmal den Regen nicht immer abhalten konnte, wieder durchgeführt, mit 22
Mannschaften. Sieger wurde der IHC Lamberg mit Hermann Weiß, Josef Macht, Werner
Plank und Werner Kumschier, vor der FFW Chammünster.
Im außersportlichen Bereich war das 25. Gründungsjubiläum der Eisstockabteilung
natürlich das herausragende Ereignis 2004. Da der Stocksport dabei nicht fehlen
darf, wurde das oben erwähnte Jubiläumsturnier durchgeführt. Während die
Siegerehrung hierfür in einem Zelt neben den FCC-Stockbahnen durchgeführt wurde,
fand die für die Dorfmeisterschaft mit einem kleinen Fest in der Hinterederhalle
statt. "Vom Besuch der anderen Abteilungen war man etwas enttäuscht", verhehlte
Richard Sauer nicht.

Dafür waren die Gäste beim Jubiläumsakt recht zahlreich und auch die Prominenz
ließ sich blicken, wie Chams 2. Bürgermeister Günther Lommer, die drei
Minstacher Stadträte Daiminger, Früchtl und Dr. Moser, der
Landkreis-Sportbeauftragte Karl Holmeier oder Eisstock-Kreisgeschäftsführer Max
Seebauer. Sauer bedankte sich nochmal besonders bei FC-Vorstand Franz Schneider
und Ehrenvorstand Hans Bayer für ihre tatkräftige Unterstützung bei der
Festvorbereitung und -durchführung, letzterer hatte ja auch den Festvortrag über
die Abteilungsgeschichte gehalten.
"Große Freude erfüllt uns, dass unter der Leitung von Konrad Rädlinger und Josef
Hunger die Jugendarbeit endlich Früchte trägt", kam Richard Sauer auf die wohl
erfreulichste Entwicklung in der Abteilung zu sprechen. 12 Jugendliche hatten
sich so schon an einem Plattl-Schießen beteiligt. Für die Sieger hatte Hans
Bayer Urkunden gefertigt. Zum Schluss erwähnte der Abteilungsleiter noch die
Renovierung der teilweise aufgebrochenen Stockbahnen, Näheres dazu sagte aber
später Stadtrat Daiminger. So blieb Sauer nur noch übrig, den Damen der
Abteilung für die vielen Dienste zu danken, den aktiven Schützen für ihren
zeitraubenden Einsatz, dem Hauptverein für die Unterstützung, dem Leiterteam für
die gute Zusammenarbeit, besonders seinem Stellvertreter Josef Hunger, der
mindestens 75 Prozent der Führungsarbeit übernommen habe.
Luise Töpfl stellte nun Zahlen und Fakten aus der Chronik des letzten Jahres vor
und verwies vor allem auf die 53 Turniere, an denen 22 FC-Stockschützen
teilgenommen hatten, wobei zwei Turniere von der AH-Mannschaft bestritten
wurden. Neben den Meisterschaftswettbewerben wurde auch bei 40 Privatturnieren
Eisstock geschossen. Richard Sauer war mit 27 Einsätzen auch hier Vorbild,
gefolgt von Alfred Martin, Erwin Mühlbauer und Alfred Schönberger. Unangefochten
führt Alois Breu die ewige Rangliste mit 609 Turniereinsätzen an, gefolgt von
Alfred Schönberger und Max Siebenhandl.
Ein Plus in der Abteilungskasse konnte Kassier Reinhard Töpfl vermelden, das
besonders auch auf viele Spenden zurückzuführen ist. Da die Kasse ordentlich
geführt wurde, wurde ihm und der übrigen Vorstandschaft die Entlastung erteilt
und Hans Bayer konnte die Neuwahl leiten, die die Vorstandschaft komplett in
ihren Ämtern bestätigte: Abteilungsleiter bleibt Richard Sauer, ihn vertritt
Josef Hunger; die Schriftführer sind Alfred Schönberger und Luise Töpfl, Kassier
bleibt Reinhard Töpfl und als Besitzer helfen Erwin Mühlbauer, Konrad Rädlinger,
Rudi Seebauer und Gerhard Raab mit.
Hans Bayer erinnerte in seinem Grußwort an die Probleme vor zwei Jahren, eine
neue Abteilungsleitung zu finden, und lobte die Vorstandschaft und die Abteilung
für die würdige Durchführung des Jubiläums und den "Wahnsinn" der vielen
Turnierteilnahmen. "Konrad, halt des aufrecht, de Boum san's wert", wandte er
sich an Konrad Rädlinger, das Jugendtraining fortzuführen und innerhalb des FC
auch für den Nachwuchs die Alternative Stocksport anzubieten. Nur so könnten die
jungen FCler herausfinden, was ihnen am meisten liegt.
"Ich bin immer sehr angetan, wenn eine Wahl so, mit den selben Leuten,
vonstatten geht", meinte FC-Vorstand Franz Schneider, "das zeugt von
Einvernehmen in der Abteilung und von Anerkennung der Arbeit der
Vorstandschaft." Wenn die erhofften sportlichen Erfolge nicht eintreten, so
liege das vielleicht daran, "dass in Chammünster eventuell nicht das
100-prozentige sportliche Talent vorhanden ist" - wobei er sich selbst nicht
ausnahm. Doch sei es auch erfreulich, wenn der Standard gehalten werden könne.
Lobenswert sei auch, dass die Abteilung wirtschaftlich dem Hauptverein nicht
auf der Tasche liege und gut haushalte. Momentan sei der
Eigenbeteiligungsbetrag für die notwendige Renovierung der Stockbahnen noch
ziemlich hoch, da müsse man schauen, wie man die Kosten senken könne.
Stadtrat Michael Daiminger zeigte sich froh, dass sich die Abteilung wieder
gefangen hat "und im FC Chammünster da steht, wo sie hingehört", gerade weil sie
eine stille, um Konsens bemühte Abteilung sei, der es nicht nur darum gehe, vom
Hauptverein Geld zu bekommen. Denn der müsse erst wieder eine finanzielle
Grundlage bekommen, "da muss jeder mithelfen". Zu den Kosten der
Bahnen-Renovierung meinte Daiminger, dass ein städtischer Zuschuss möglich sei,
wenn er auch noch nicht beschlossen ist.
Zum Schluss verwies Richard sauer auf die nächsten Termine: 05. 03.
Landkreismeisterschaft in Untertraubenbach; 12. 03. Jahreshauptversammlung mit
Neuwahlen des FC Chammünster im "Ödenturm", 18. 03. Frühjahrsversammlung der
Eisstockschützen; 20. 03. Schiedsrichterversammlung; 07. 05. Eigenes
Pokalturnier; 23. 07. Dorfmeisterschaft ("auf neuen Bahnen?"). Am 04. 03. Ist
die Jahresversammlung des FC-Jugendzirkels, an der auch zwei Jugendliche der
Stockschützen teilnehmen sollen.