„Insgesamt können wir mit dem letzten Jahr zufrieden sein. Ich wünsche mir aber, dass der FC Chammünster aus den negativen Schlagzeilen herauskommt und sich endlich allein seiner eigentlichen Aufgabe widmen kann: der Bevölkerung ein breites Sportangebot zu bieten.“ Der Vorsitzende des FC Chammünster, Dr. Hans-Jürgen Moser, hielt bei seinem Rechenschaftsbericht während der Jahresversammlung des Vereins am Freitag im Vereinsheim Chammünster auch mit Kritik nicht hinterm Berg, doch war er vor allem mit der Entwicklung des FC auf sportlichem wie auf finanziellem Gebiet recht zufrieden. Die Abteilungsleiter erläuterten noch die Ereignisse in ihrem Bereich, während Anton Högele vom BLSV-Kreisverband den FC für seine vielen Teilnehmer an den Sportabzeichenprüfungen ehrte und auch verdiente FCC-Mitglieder mit auszeichnete.
Gut gefüllt war das Vereinsheim, als FCC-Vorsitzender Dr. Hans-Jürgen Moser alle begrüßte und besonders Bürgermeisterin Karin Bucher, die das erste Mal bei einer FC-Jahresversammlung war, Pfarrer Markus Nees, BLSV-Kreisvorsitzenden Anton Högele und Stadtrat Michael Daiminger hervorhob. Negatives und Positives habe er zu berichten, begann Dr. Moser seine Rechenschaft, positiv sei zum Beispiel die Mitgliederentwicklung, bei der die Neuzugänge überwogen, so dass derzeit 748 Sportler Mitglied im FC Chammünster sind. Der Vorstand des FC sowie der Verein an sich hätten sehr viele Veranstaltungen im letzten Jahr durchgeführt oder besucht. Neben diesmal recht vielen runden Geburtstagen sei vor allem der FCC-Faschingsball ein Höhepunkt gewesen, besonders durch den Auftritt der Minstacher Faschingsgesellschaft, wofür er noch mal den Hauptverantwortlichen Christian Schnur und Bianca Heigl dankte. Auch beim Faschingszug war der FC mit zwei Wägen und einer Fußgruppe stark vertreten gewesen.
Ungern blickte der Vorsitzende dagegen auf etliche Besprechungen zurück, die wegen nicht satzungsgemäßen Verhaltens der Aktivsportgruppe in der Turnabteilung nötig geworden waren und die immer noch nicht zu der erhofften Beruhigung geführt haben, „obwohl wir den Leuten mehrmals die Satzung des FC Chammünster deutlich gemacht haben“. Überhaupt gebe es immer wieder Streitereien unter den Abteilungen wegen banaler Anlässe, wie etwa die Nutzung des Vereinsbusses.
Positiv sah Dr. Moser dagegen die Entwicklung der Abteilungen auf sportlichem Gebiet, wo alle ihren Standard halten konnten. Etwa die Inliner der Skiabteilung, die im letzten Jahr dreifach Europameister wurden. „Wenn man an der Spitze ist, ist so ein Erfolg schwer zu wiederholen. Aber sie waren auch in der letzten Saison wieder sehr erfolgreich.“ Die Fußballer seien die Trainingsfleißigsten und hätten ihre Ligen zumindest halten können. Die Tischtennis-Mannschaften seien recht erfolgreich gewesen, bei den Eisstocksportlern gebe es in der Abteilung eine neue Führungsmannschaft, was zeige, dass auch dort alles in Ordnung sei. Die Turner seien ja nicht im Wettbewerb, doch böten sie ein breites Angebot für alle Altersstufen an. Neu dazugekommen sei Pilates. Nur die Tennisabteilung ist immer noch ohne Führung und Dr. Moser leitet sie kommissarisch. „Ich mache den Platz winterfest, schneide die Hecken, kümmere mich um das Finanzielle“, so der Vorsitzende. Trotzdem bekennen sich noch 90 FCler zur Tennisabteilung, auch habe die Nutzung des Platzes wieder zugenommen, so dass er auf eine Wiederbelebung der Abteilung baue.
„Ich habe aber im FC nicht alles alleine gemacht“, stellte Dr. Moser klar und dankte seinen Vorstandskollegen, besonders seinem Stellvertreter Alexander Kregiel, Schriftführerin Angelika Schübl, Kassenwart Franz Schneider und Pressewart Holder Hierl, für die Unterstützung. Der Vorsitzende machte noch auf das 2011 auf den FC zukommende Jubiläum 50 Jahre FC Chammünster aufmerksam, dessen Vorbereitung nun langsam beginnen müsse. So sei er froh, dass er an diesem Abend mit Erich Babl bereits einen Festleiter gewinnen konnte. „Jetzt können wir die Festkapellen bestellen, können sofort mit den Arbeiten fürs Jubiläumsfest beginnen.“
Stv. FCC-Vorsitzender Alexander Kregiel ist zugleich Hauptjugendleiter im FC und berichtete nun von den Aktionen des Jugendzirkels. Dieser fühle sich nicht nur für die Unterhaltung der Kinder und Jugendlichen im FC verantwortlich, sondern auch für deren Fortbildung. So habe man einen gut besuchten Vortrag mit Physiotherapeut Thomas Steinkirchner über Vorbeugemaßnahmen gegen Sportverletzungen organisiert und einige vom Jugendzirkel hätten Präventionsveranstaltungen des Landratsamtes besucht, so etwa über den Umgang mit schwierigen Kindern im Verein. Hauptaktion der Jugendleitung sei wieder die Organisation der Ferienfreizeit gewesen, wobei es immer schwieriger werde, Jugendliche für die Angebote zu gewinnen oder auch die Finanzierung von Ausflügen zu sichern. So konnte eine Fahrt nicht durchgeführt werden, während etwa das Zeltlager auf dem Sportplatz gut angenommen wurde. Kregiel dankte in diesem Zusammenhang den örtlichen Vereinen, dass sie ohne Zögern eigene Angebote in die Ferienfreizeit einbauen, wie etwa den „Tag der Feuerwehr“ oder das Sommerstock-Schnuppertraining.
Der Jugendleiter appellierte noch an alle, sich nicht gegenseitig „das knappe Gut Jugendliche“ abspenstig zu machen, vielmehr solle jeder dem Nachwuchs ein Angebot machen, bei dem dieser auch noch Alternativen ergreifen kann. Im FC Chammünster sah er die Mitgliederentwicklung durchaus positiv: 16 Prozent seien hier unter zwölf Jahre alt. Doch müssten die FCler diesen Kindern eine Gemeinschaft vorleben, so dass diese einmal angespornt werden, selber Verantwortung im Verein zu übernehmen.
Den Resümees der Abteilungsleiter (eigener Bericht) folgte der Finanzüberblick von Kassenverwalter Franz Schneider, der übers Jahr einen leichten Anstieg des Kassenbestandes vermeldete und allen dankte, „die sich ums sparsame Haushalten bemüht haben“. Er dankte auch den Übungsleitern, die ihre Übungsstunden großenteils umsonst leisteten. Deshalb sei der Rückgang der Übungsleiterzahl bedauerlich. Horst Brandl und Irmtraud Hunger hatten die FCC-Kasse geprüft und fanden eine saubere und einwandfreie Arbeit vor. So wurde der Kassier einstimmig entlastet.
Bei der FCC-Jahresversammlung gibt es auch immer einen Bericht der Vereinsheimbeauftragten Elfriede Wanninger, da der FC zusammen mit den Schützen das Heim verwaltet. Vor fast zwei Jahren habe Herbert Knechtel mit seiner Tatjana die Vereinsheimwirtschaft gepachtet und beste Küche und Service geboten. Leider sei der Ertrag für ihn trotzdem nicht ausreichend gewesen, was zum Teil auch daran liege, dass einige FC-Abteilungen das Vereinsheim zu wenig nutzten, zum Teil habe es auch Ärger wegen Terminüberschneidungen gegeben. Wanninger forderte die FCler auf, Termine fürs Vereinsheim ausschließlich mit dem Pächterpaar zu vereinbaren, die Veranstaltungen aber auch dann durchzuführen. Positiv vermerkte sie, dass der Faschingsauftakt in Chammünster sowie der Unsinnige Donnerstag im Vereinsheim sich gut etabliert haben. In diesem Jahr, so Wanninger, die auch den Vereinsheim-Kassenbericht vortrug, müssten die Gastanks und die Heizungsanlage überprüft werden, die Sanierung der Terrasse müsse weiter verschoben werden. Auch im Keller, der wegen der Duschen zu feucht sei, müsste etwas unternommen werden. Da werden die im vergangenen Jahr positiven Finanzen des Vereinsheims wieder belastet.
Da es zu den Berichten keine Bemerkungen seitens der FCC-Mitglieder gab, kam Alexander Kregiel gleich zu den Ehrungen für Verdienste um den Verein oder wegen mehrjähriger Mitgliedschaft. In diesem Jahr habe der FC-Vorstand auch Mitglieder eingeladen, die keine offizielle Auszeichnung erhalten, aber wegen des Gemeinschaftsgefühls im Verein doch durch eine namentliche Erwähnung für ihre Treue geehrt werden sollen. So nannte er eine Reihe von FClern, die zehn oder fünfzehn Jahre im Verein sind, ehe er die FC-Treuenadeln in Silber für 25 Jahre Mitgliedschaft an Erna Busch, Karin Müller, Barbara Magerl, Markus Bierl, Stefan Schönberger, Anton Kollmer, Franz Hartl, Vincent Bauer und Michael Jokisch überreichte. Die FC-Treuenadel in Gold für 40 Jahre Treue bekamen Michael Daiminger und Werner Babl.
Für den BLSV ehrte Anton Högele nun mit dem BLSV-Ehrenzeichen in Silber für 20-jährige Vereinstreue Anna Ketterl, Maria-Luise Töpfl, Romina Meillinger, Roland Schießl, Lothar Panzer, Rupert Reimer, Josef Staudner, Thomas Schmid, Johannes Turba, Alois Fechter und Michael Staudner; für 30 Jahre Hannelore Hastreiter, Thomas Weindl, Thomas Simeth, Rudolf Schmaderer und Andreas Weindl.
Weiter ging’s mit Auszeichnungen für besondere Verdienste. Die FC-Verdienstnadel in Bronze für mindestens fünf Jahre ehrenamtliche Funktionsausübung im Verein bekamen Josef Dirscherl (zwei Jahre AH-Trainer, drei Jahre Beisitzer Fußball); Reinhard Rädlinger (zwei Jahre 1. Hauptjugendleiter, zwei Jahre 2. Jugendsprecher, ein Jahr 2. Abt.-Leiter Tischtennis); Gerhardt Raab (fünf Jahre Beisitzer Eisstock); Wolfgang Weigl (fünf Jahre 2. Abt.-Leiter Ski); Andreas Hilpl (vier Jahre Jugendvertreter, zwei Jahre 2. Hauptjugendleiter) und Johannes Karl (zwei Jahre Jugendvertreter und vier Jahre 1. Jugendsprecher). Die Nadel in Silber für zehn Jahre Funktionsausübung erhielt Annemarie Wutz (zehn Jahre 2. Abt.-Leiterin Turnen, zwei Jahre Frauenbeauftragte Hauptverein). Gar auf 15 Jahre bringt es mittlerweile Rudolf Seebauer (15 Jahre Betreuer Fußball und Eisstock), wofür er die goldene Nadel bekam. Auch der BLSV hatte noch eine besondere Ehrung parat: Für 20 Jahre als AH-Leiter im FC Chammünster erhielt Horst Brandl die BLSV-Verdienstnadel in Silber mit Gold.
„Bei so einer Jahresversammlung hört man einiges, was man vorher noch nicht gewusst hat“, bekannte Bürgermeisterin Karin Bucher in ihrem Grußwort, „zum Beispiel, dass Pfarrer Nees seit zehn Jahren Mitglied im FC ist.“ Und in Bezug auf die Berichte meinte sie, dass Erfolge nicht das Wichtigste in einem Sportverein seien, sondern der Spaß daran, sich in Gemeinschaft zu bewegen, und überhaupt Bewegung an sich. Trotzdem müsse auch das Wirgefühl im Verein gestärkt und gepflegt werden, da müssten alle zusammenstehen. Das gelte auch für die Unterstützung des Vereinsheims durch häufigeren Besuch. Sie freue sich, so Karin Bucher, dass die Fußball-Dorfmeisterschaft wiederbelebt werde, denn da könne die gesamte Bevölkerung mitmachen. Die für die Damen vorgesehenen zusätzlichen Elfmeter seien kein Spaßeffekt, sondern „sportliches Highlight“! Zum Schluss forderte sie noch das Wirgefühl aller Chamer bei der Auslösung des gestohlenen Chamer Maibaums ein.
Anton Högele gratulierte der Vereinsführung zu ihrer Arbeit, es gebe wenige Sportvereine, deren Mitgliederzahl wachse, da könne der FC Chammünster stolz sein. Er forderte die FCler auch auf, solche Aushängeschilde wie die FCC-Inliner zu unterstützen und zu pflegen, sie trügen den Namen des Vereins hinaus in die Öffentlichkeit in ganz Europa. Da sei Neid unangebracht. Weiter forderte Högele die FC-Verantwortlichen auf, hinsichtlich des anstehenden Jubiläumsfestes die Alkoholmissbrauch-Vorbeugung ernst zu nehmen und Alternativen zum Alkoholgenuss zu überlegen. Er sehe, wie das in vielen Vereinen schief laufe.
Eigentlich sei er aber gekommen, so Anton Högele, um im Namen des BLSV an den FC Chammünster einen Pokal für die zahlreiche Teilnahme von FClern an den Prüfungen zum Sportabzeichen zu überreichen, den er nun an Dr. Hans-Jürgen Moser übergab. Und er warb noch für den Sportverein allgemein, der ein Stück Lebensqualität sei, das für alle noch relativ preiswert zu haben sei.
Schützenmeister Thomas Platzer wollte sich eine Kritik nicht ersparen und verwies, darauf, dass der Vereinsheimausschuss nun schon wieder einen neuen Pächter suchen müsse, weil die Einnahmen des jetzigen auf Dauer zu niedrig seien. „Wenn ma net genug Geld erwirtschaften mit dem Gastronomiebetrieb, dann könn’ma des Haus net halten“, mahnte er.
In seinem Schlusswort appellierte FCC-Vorsitzender Dr. Moser an alle Mitglieder, in den nächsten beiden Jahren mitzuarbeiten, damit das 50-jährige Bestehen des Vereins würdig begangen werden könne. |