Die Premiere ist geglückt: Zumersten Mal hatte die Turnabteilung des FC Chammünster die Organisation des Gedenktages an die Verkündung des
Reinheitsgebots fürs Bier, den „Tag des Bieres“, zusammen mit Braumeister Schorsch Siegl übernommen – und man kann sagen, sie hat es
hervorragend gemacht. Dabei sah es am Anfang gar nicht gut mit dem Besuch des Festes in der Hinterederhalle aus, doch letztlich war die Halle dann doch so gut
wie voll und die Stimmung prächtig.
Der Siegl Schorsch saß mit einem Häufchen pünktlicher Besucher auf der Bank neben der uralten Pechsiedemaschine vor dem Halleneingang und genoss die warmen
Sonnenstrahlen. Eigentlich wollte er recht vielen Leuten die uralte Tätigkeit des Fasslpichens zeigen, also die Säuberung, Desinfizierung und Abdichtung der
alten Holzfässer mit heißem Baumpech. Zunächst zeigte er, wie früher vor dem Pichn die Fassreifen erst auf dem Fass fest geschlagen wurden. 280 Grad war das
flüssige Pech heiß, als Schorsch Siegl ein paar Schöpflöffel voll langsam über eine Spritzdüse rinnen ließ, damit das Pech darin wieder flüssig wird. Dann
verstopfte er die Spundlöcher des Fasses und stellte es mit dem Zapfhahnloch auf die Düse. Durch ein paar Pumpbewegungen spritzte das siedende Pech in das Fass,
löste die alte Pechschicht darin auf und spülte sie zurück in die Siedemaschine. Nun wurde erneut gepumpt, das Pech rauslaufen gelassen und der Rest, der sich
nun noch im Fass befand, musste durch Rollen des Fasses darin gleichmäßig verteilt werden. Das durften die Zuschauer machen. Erst wenn das Pech am Spundloch fest
war, durfte das Fass zu den übrigen gestellt werden.
In der Halle versorgten sich die Gäste erst mal mit dem, weswegen sie eigentlich zusammengekommen waren, mit „Minsta Hell“, also mit dem guten Bier
der Hinterederbrauerei. Auch wunderschön und frisch angerichtete bayerische Spezialitäten gab’s von den Turndamen, etwa einen Wurstsalat im Glasl oder
Presssack sauer oder einen Obazdn mit Breze. Auch Kirtagebäck und Kaffee konnte man ordern.
Die Musik dazu kamvon einer neuen Gruppe, die sich für diesen Abend zusammengetan hatte, ein Teil vom „rudL“ war dabei und einer vom
„BayernXpress“.
„Wir hamma net gwisst, ob’mas richtig macha, aber s’passt scho“, stellte bei der Begrüßung die Karl Margret fest, die die Leiterin der
Turnabteilung, Veronika Haberl, vertreten musste, doch ihre Sache souverän erledigte. Sie begrüßte sauber in Verse gepresst und nach der Melodie vom
„Stodlür“-Landler die einzelnen Gästegruppen. Vier Damen fanden sich zum Wettbewerb um das Bierköniginnen-Krönchen bereit, zwei aus Westminsta, die
Andrea und die Michi, aus Hof kam die Monika und gar aus dem fernen Kothmaißling die Petra. Für die Bierköniginnenwürde mussten die Kandidatinnen vor allem
Geschicklichkeit beweisen. So mussten sie Kronkorken mittels einer Gabel in eine große Dose katapultieren, Bierfilzl im Flug fangen oder aus ihnen ein Kartenhaus
bauen und schließlich einen möglichst weiten Bierfilzlsegelflug schaffen. Schließlich siegte die ehemalige Landesschützenliesl Monika Jobst. Die Ehrung der
zweiten Minstacher Bierkönigin übernahmen ihre Prinzessinnen und so bekam sie erst eine Amtskette aus Bierstopsln umgehängt, dann die Bierköniginnen-Schärpe und
schließlich noch ein Diadem aufs Haar gesetzt. Als Bierkönigin bekam sie auch ein kleines Traglmit bestem Bräubier. |