"Gleichmäßig atmen, meine Damen und Herren!"
10 Jahre Aktivsportgruppe im FC Chammünster / Kleiner Festakt
CHAMMÜNSTER (chi). "Aktiv und
Sport = Aktivsport. Von diesem Motto war auch das Jahr 2003 in unserer Gruppe
geprägt", begann Marianne Sigl, Leiterin der Aktivsportgruppe in der
Turnabteilung des FC Chammünster, ihren Bericht während der Jahresversammlung
mit kleinem Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Sportgruppe im Vereinsheim.
Zehn Jahre währt nun also schon die Kombination von gemeinschaftlichen
Aktivitäten und sportlicher Betätigung bei den Aktivsportlern und Karl-Heinz
Frank als Gründungsvater zählte in seinem Festvortrag eine Menge davon auf. Und
weil's auch immer lustig zugeht bei den Ab-45ern, wurden noch Sketche gespielt,
Witze erzählt und die Juliane Piendl sang ein paar gspaßige Liadln.
Eine
Menge Glückskäferl tummelten sich auf den festlich gedeckten Tischen im
Vereinsheim, als Marianne Sigl die Mitglieder und Gäste der Aktivsportgruppe im
FC Chammünster zur Jahresversammlung begrüßte. Und es war ein Glück für den FC
Chammünster, als genau vor zehn Jahren dieser Aktivposten im sportlichen wie im
gesellschaftlichen Bereich aus der Taufe gehoben wurde. Denn durch die Gruppe
können die nicht mehr aktiven Sportler des FC eben doch aktiv bleiben, in
anderem Rahmen freilich und ein wenig dem Alter angepasst, aber nicht nur auf
eine Zuschauerrolle beschränkt. Dass sich an der damaligen Zielsetzung, ein
sportliches Forum für die FC-Mitglieder jenseits der 50 zu bieten und sie durch
verschiedene Aktivitäten an den Verein zu binden, nichts geändert hat, zeigte
der Rechenschaftsbericht der Gruppenleiterin.
Da die Aktivsportler ja eine Sportgruppe sind, bildet die wöchentliche
Turnstunde das feste Gerüst aller Unternehmungen. Durchschnittlich 13 Turner -
es waren schon mal 18 im Schnitt - lassen sich immer montags von Übungsleiterin
Anita Gruber durch die
Mit Elan und Ideen leitet Marianne Sigl mit ihren
Helfern die Sportgruppe.
Schulturnhalle jagen. Keine der 35 Übungsstunden im letzten Jahr hat Emilie
Reimer versäumt, das war Marianne Sigl schon ein kleines Geschenk wert.
Aber nicht nur Sport macht das Wesen der Aktivsportler aus, sondern auch das
gesellige und informative Zusammensein. So gibt es in der Fastenzeit immer ein
Kesselfleischessen in Arnschwang (dieses Jahr am 5. April), der Kultur wird beim
"Tag des Bieres" am 24. April beim Minstacher Bräu gefrönt, Wanderungen mit
Einkehr werden unternommen, eine Radtour nach Altrandsberg mit Picknick wurde
durchgeführt und der Höhepunkt war wohl ein Tagesausflug nach Lichtenfels mit
Besuch des dortigen großen Korbmarktes. Das Jahr 2003 klang mit einer
Weihnachtsfeier im Gasthaus "Ödenturm" aus.
Vor allem bei der Vorbereitung der außersportlichen Aktionen halfen der Marianne
Sigl das Ehepaar Magerl und Elfriede Wanninger, wobei Marianne Magerl für ihre
Basteleien, wie die Käferl auf den Tischen, berühmt ist. Zum Schluss ihres
Berichtes ging die Gruppenleiterin noch auf das Problem des fehlenden
Nachwuchses ein und zitierte aus dem "Sportboten" 2003: "Zu den wöchentlichen
Turnstunden der Aktiv-Sportgruppe werden immer Neuzugänge gesucht ... Leider
haben alle Aufrufe und persönlichen Ansprachen bisher nichts gebracht. - Vor
allem Männer lassen sich nicht von der Fernsehcouch locken - oder lassen sie die
Frauen nicht aus dem Haus?" Diese Frage blieb unbeantwortet.
Obwohl die Aktivsportgruppe nur ein Teil der Turnabteilung des FC ist, hat sie
doch eine eigene Kasse, mit der die Aktionen außerhalb der Übungsstunden
finanziert werden und die durch Spenden, Anteil am "Tag des Bieres" oder das
Füttern des Sparschweins genährt wird. Und weil die Aktivsportler sehr sparsam
wirtschaften, konnte Kassenwart Ludwig Magerl verkünden, dass an diesem Abend
Speis und Trank für alle frei waren. Gleichzeitig bat er um das Füllen eines
Spendenkruges, in dem sich später auch allerhand Papierenes sammelte.
"Heute
feiern wir den 10. Geburtstag der Aktivsportgruppe, eine kleine
Erfolgsgeschichte", begann Karl-Heinz Frank seinen humorvollen Rückblick auf
diese Zeitspanne. Vor zehn Jahren hatte der damalige FC-Vorsitzende Josef
Daiminger, schon damals ein begnadeter Organisator, an die Beisitzer im
Hauptausschuss Aufgaben verteilt und dem Karl-Heinz Frank die Seniorenarbeit
zugedacht. Der setzte sich mit dem Beauftragten des BLSV für Seniorensport Josef
Iglhaut in Verbindung und beide luden zu einem ersten Treffen von Interessenten
an einer Senioren-Sportgruppe ins Gasthaus "Ödenturm" ein. Als Übungsleiterin
hatte Daiminger schon Isolde Köppl gewinnen können. Das Treffen war am 25. 01.
94, aber nur wenige potenzielle Teilnehmer fanden sich ein. Doch Josef Iglhaut
machte Frank Mut und so wurde die erste Übungsstunde angesetzt und am 21. März
1994, Frühlingsanfang (!), kamen sieben Männer und 18 Frauen in die
Schulturnhalle. Der Seniorensport in Chammünster war geboren.
Erster Sprecher der Gruppe, die sich der Turnabteilung anschloss, war Willi
Brunner, der von seiner Frau Mariele, Ludwig Magerl und Franziska Reif
unterstützt wurde. Die Gruppe entwickelte bald ein Gemeinschaftsgefühl, so
Frank, Nachhaltigkeit war gegeben. "Der Sport macht uns, den Menschen,
gemeinschaftsfähig." Doch im Vordergrund stand und steht die sportliche
Betätigung, die altersgemäß dargeboten wird von den Übungsleiterinnen, zu Beginn
Isolde Köppl, die immer aufgemuntert habe: "Gleichmäßig atmen, meine Damen und
Herren, und immer lächeln!" 1967 habe Anita Gruber gleichwertig das Heft in die
Hand genommen, manchmal von Margarete Karl vertreten.
"Nachdem
alle teilnehmenden Mitglieder der Seniorengruppe sportlich gestählt waren,
wollte man den Namen Seniorengruppe nicht mehr beibehalten und suchte einen
neuen Namen", so Karl-Heinz Frank. Man einigte sich auf Aktiv-Gruppe, was dem
Charakter der Gruppe im sportlichen wie gesellschaftlichen Bereich voll
entspreche. 1997 wurde auch die Gruppenleitung ausgetauscht, neue Leiterin wurde
Marianne Sigl, ihr helfen Ludwig und Marianne Magerl und Elfriede Wanninger,
"keinesfalls eine Verschlechterung", wie Frank anmerkte. Und dann listete der
Festredner noch eine lange Liste nur der Höhepunkte von Aktivitäten in all den
Jahren auf, wobei die jährlichen Gruppengeburtstage und auch der "Tag des
Bieres" beim Hintereder schon feste Institutionen geworden sind.
"Prima Ideen, hervorragende Organisation, breite Akzeptanz", bescheinigte
FC-Vorsitzender Franz Schneider der Aktivsportgruppe, die er als große
Bereicherung für den FC bezeichnete. Denn die Gruppe biete der Altersgruppe ab
50 soziale Kontakte, die sonst oft auslaufen würden, aber gerade in einer
Sportgemeinschaft am ehesten möglich seien. "Der Brunner Willi (der erste
Gruppenleiter) und die Marianne Sigl bürgen für gute Qualität im sportlichen,
aber auch im gesellschaftlichen Angebot", lobte der FC-Vorsitzende.
Seniorenbeauftragter des BLSV und
Geburtshelfer
des Minstacher Seniorensports: Josef Iglhaut aus Kötzting.
Für den Seniorensport im Landkreis ist für den BLSV Josef Iglhaut aus Kötzting
tätig, er hat mit Karl-Heinz Frank die Aktivsportgruppe vor zehn Jahren ins
Leben gerufen und brach nun eine Lanze für die sportliche Betätigung älterer
Menschen im Verein: "Man kann für die Senioren nie zu viel machen, man kann nur
zu wenig machen", erläuterte er und zeigte an seinen Kötztinger Turnern, dass
man auch mit 85 noch beweglich sein kann, wenn man regelmäßig Übungen macht.
Iglhaut betonte aber auch die Wichtigkeit des gesellschaftlichen Aspekts solcher
Turngruppen, da sie ein wirksames Mittel gegen die Vereinsamung älterer Menschen
sei. "Es ist auch Aufgabe, dass die Leute, die sportlich nicht mehr mitmachen
können, im geselligen Bereich weiter integriert bleiben.
"
Zu einem Aktionstag "Fit ab 50" in Kötzting lud der Seniorensport-Beauftragte
noch ein wie auch zu einer Wanderwoche in Südtirol Anfang September.
"Es freut uns, dass die Aktivsportgruppe in unserer Abteilung so selbständig
ist", bemerkte Abteilungsleiterin Birgit Hoffmann und überreichte für ein
"Nachwanderungsessen" einen Gutschein für das Hotel "Sonnenhof". Auch die beiden
bisherigen Übungsleiterinnen der Aktivsportgruppe waren natürlich zur Feier
gekommen und Isolde Köppl meinte: "Ich freu mich, dass ich noch so viel alte
Gesichter (was mit Gelächter quittiert wurde) hier sehe, die sich kaum verändert
haben. Man sieht: Sport hält jung!" Und Anita Gruber war selbst erstaunt, dass
sie schon sechseinhalb Jahre die Minstacher Ab-50er fit hält, wo sie am Anfang
recht Bedenken hatte, ob sie als "junger Hupfer" von den 65-Jährigen akzeptiert
werde. "12, 13 samma immer in den Übungsstunden - da kann's doch net so verkehrt
sein, was i mach. I hoff, dass so weitergeht, dass ma mitanand alt werden."

Das Lied "Da mou oana hiwern, ob er will oder net" hatte Juliane Piendl ein
wenig auf das Jubiläum der Sportler umgedichtet und ihnen aus der Seele
gesprochen mit dem Refrain: "Ja, heut halt ma aus, da verschon ma uns net!"
Denn
nach einem sehr guten Festessen gab es noch Ehrungen für drei Herren und zehn
Damen der ersten Stunde, die bis heute durchgehalten haben und dafür je eine
rote Rose bekamen.
Zwei Sketche zeigten die aktiven Sportler noch, bevor Marianne Sigl schon die
nächsten Termine bekannt gab:
Am Samstag, 27. 03., ist Jahreshauptversammlung des FC am "Ödenturm", am 5.
April Kesselfleischessen in Arnschwang, am 23. 4. "Tag des Bieres" beim Bräu mit
Fassl-Pichen. Ein Ausflug soll Anfang September zum Weingut "Haflinger-Hof" in
Alzey in Rheinhessen gehen.
Juliane Piendl brachte nicht nur
musikalische
Stimmung in die Festrunde.
Hierl Holder
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