Wer will die FCC-Eisstockschützen leiten?
Jahreshauptversammlung ohne Neuwahlen der FCC-Eisstockabteilung / Keiner zur Führung bereit
CHAMMÜNSTER (chi). Recht aktiv mit wenig Aktiven war die
Eisstockabteilung des FC Chammünster im vergangenen Jahr, auch wenn größere
sportliche Erfolge ausblieben. So weit konnte Abteilungsleiter Erwin Mühlbauer
bei der Jahreshauptversammlung am Samstagabend im Vereinsheim zufrieden sein.
Weniger damit, dass einige der Stockschützen nicht mehr für den FC im
Turnierbetrieb mitmischen wollen. Doch das war nicht allein der Grund, warum
Mühlbauer nicht mehr als Abteilungsleiter fungieren will, das hatte er schon vor
einem Jahr angekündigt. Auch einige andere der derzeitigen Vorstandschaft waren
nicht mehr bereit, weiter ihre Ämter auszuführen. Da kein Ersatz für die
Ausscheidewilligen gefunden wurde, musste die Neuwahl der Abteilungsleitung
verschoben werden.
"Heut san ja net mal die Aktiven da - bei der Jahreshauptversammlung mit
Neuwahlen! Von den passiven Mitgliedern gar net zu reden." FC-Ehrenvorsitzender
Hans Bayer war verwundert über die geringe Resonanz bei der Jahresversammlung
der Eisstockabteilung im FC Chammünster, wo doch beim Training eigentlich immer
ein reges Treiben sei. Deswegen sei auch die Stagnation im sportlichen Bereich
in den letzten Jahren nur schwer zu verstehen. Besonders machte sich aber das
Fehlen der Abteilungsmitglieder bei der Neuwahl der Vorstandschaft bemerkbar, da
unter den Anwesenden keiner bereit war, das Amt von Erwin Mühlbauer zu
übernehmen, als Stellvertreter hätte es zwar Kandidaten gegeben, aber der Posten
steht und fällt eben auch mit dem ersten Vorsitzenden.
Doch zunächst verlief die Jahreshauptversammlung ganz gewöhnlich:
Abteilungsleiter Mühlbauer begrüßte die Mitglieder, den Schirmherrn der letzten
Dorfmeisterschaft Dr. Hans-Jürgen Moser, FC-Hauptvorstand Franz Schneider,
selber aktiver Stockschütze, und FC-Ehrenvorstand Hans Bayer, dann wurde der
verstorbenen Mitglieder gedacht, bevor es den Jahresbericht des
Abteilungsleiters gab. Erwin Mühlbauer verwies auf die selber organisierten
Turniere, wie die A-Klassenmeisterschaft, die Dorfmeisterschaft, das
Pokalturnier oder die Vereinsmeisterschaften Sommer und Winter, sowie an den
Einsatz der FC-Mannschaften im Spielbetrieb. Bei der Stadtmeisterschaft wurde
der dritte Rang erreicht, bei der Kreismeisterschaft gar der zweite. Die 1.
Mannschaft kämpfte im Sommer in der Bezirksliga, die 2. in der Kreisliga, die 3.
musste absteigen.
Bei der Dorfmeisterschaft, bei der zum ersten Mal Dr. Moser als Schirmherr die
dunklen Gewitterwolken fernhielt, nahmen 22 Mannschaften teil, aus denen der OGV
Chammünster als Dorfmeister hervorging, vor dem IHC Lamberg. Mühlbauer dankte
Dr. Moser für dessen großzügige Spende. An der Vereinsmeisterschaft Sommer
beteiligten sich drei Mannschaften, Sieger wurde das Team mit Winfried Löffler,
Helmut Tilch und Alois Fechter, im Winter hießen die Sieger Adolf Haberl, Helmut
Tilch, Gerhard Raab, Alois Breu und Max Siebenhandl. Beim Pokalturnier traten 37
Mannschaften an, Sieger in ihren Gruppen wurden Wetterfeld, Untertraubenbach und
Chamerau.
Im Winter agierte die 1. Minstacher Mannschaft in der Kreisklasse, wo sie 6.
wurde; die zweite musste als 15. aus der A-Klasse absteigen, die dritte mit dem
gleichen Platz aus der C-Klasse, dagegen konnte die vierte Mannschaft als Dritte
aus der E-Klasse aufsteigen. Für dieses Jahr wurden jeweils nur noch drei
Mannschaften gemeldet: Für den Sommer eine für die Bezirksliga, eine für die
A-Klasse und eine für die D-Klasse; für den Winter je eine für die Kreisliga,
die B- und die D-Klasse. Zum Schluss gab Mühlbauer noch bekannt, dass zwei der
Aktiven ihren Spielerpass zurückerbeten haben, bei einem weiteren sei es
wahrscheinlich. Dank sagte er allen, die ihn und die Abteilung unterstützt und
sich aktiv am Turnierbetrieb beteiligt haben.
Luise Töpfl, Schriftführerin der Abteilung, blickte mehr statistisch auf die
Saison mit "einer Fülle von Veranstaltungen" zurück. 59 Turniere habe man
bestritten, wobei 21 Schützen in 59 Mannschaften aktiv wurden. Das ergebe
insgesamt 234 Einzeleinsätze. Bei den Turnieren waren vor allem die
Herrenmannschaften mit 56 Einsätzen am Zug, drei Turniere bestritten die Alten
Herren. Insgesamt wurde dreimal ein erster Platz, dreimal ein zweiter und
achtmal ein dritter Rang erreicht.
Die meisten Einsätze mit 28 hatte vergangenes Jahr Erwin Mühlbauer verbuchen
können, gefolgt von Alois Breu (26) und Alfred Martin (21). In der ewigen
Rangliste konnte Alois Breu seine Spitzenstellung noch ausbauen und liegt nun
bei 577 Turnier-Einsätzen; ihm folgen Max Siebenhandl mit 429 und Alfred
Schönberger mit 419. Zu den Ergebnissen bemerkte Erwin Mühlbauer noch, dass es
bezeichnend sei, dass die drei ersten Plätze bei den ersten fünf Turnieren des
Jahres erreicht worden seien, "danach is nix mehr kemma".
Wenn auch der sportliche Erfolg nicht so toll war, so war der Kassenbericht von
Reinhard Töpfl doch erfreulich: "Des Jahr steh ma guat da", konnte er verkünden
und auch der Abteilungsleiter stellte fest: "Wenigstens da hamma an Erfolg." Und
weil auch die Kassenprüfer keine Beanstandungen hatten, konnte die
Vorstandschaft entlastet werden.
"Ich selber hab in der Böhmackerstraße am Wochenende immer nur so a Scheppern
ghört und i hab mi gfragt: was san denn des für Leut? Als Schirmherr hab i euch
dann kennen gelernt, der Zusammenhalt und die Organisation waren perfekt und der
Turnierausklang war auch ganz toll." So schilderte Dr. Hans-Jürgen Moser seine
Annäherung an das Wesen der Eisstöckler und er wünschte für die Zukunft viel
Erfolg. FC-Hauptvorstand Franz Schneider lobte vor allem die wirtschaftliche
Eigenständigkeit der Abteilung, die seit Jahren keine Zuschüsse vom Hauptverein
bezogen habe. Bei Einsätzen für den Hauptverein wünschte er sich aber doch mehr
Beteiligung der Stockschützen.
Franz Schneider und Erwin Mühlbauer nahmen dann Ehrungen vor, wobei der
Abteilungsleiter gleich selbst die Bronzenadel des Vereins für 150 Einsätze
erhielt. Einen Zinnteller bekam Richard Sauer für 200 Turniereinsätze, ebenso
Alfred Martin; für sportliche Leistungen bekam Winfried Löffler eine Urkunde.
Hans Bayer leitete dann die Neuwahlen, wenigstens so lange, bis klar wurde, dass
an diesem Abend keine neue Abteilungsleitung zustande kommen würde. Denn keiner
der Anwesenden war bereit, die Abteilung an erster Stelle zu führen, bzw. die
berufliche Situation machte dies derzeit nicht möglich. Auch andere bisherige
Vorstandsmitglieder wollten ihr Amt nicht weiter ausführen, so dass man
mindestens drei neue Leute hätte gewinnen müssen, was diesmal nicht möglich
erschien. So beschloss man, den Rest der Fastenzeit zur Besinnung zu nutzen und
am Sonntag, 13. April, um 10 Uhr im Vereinsheim erneut zu versuchen, eine
Führung für die traditionsreiche Eisstockabteilung im FC zu bekommen.