"Begeistern für Sport und Spiel und den Verein"

Jugendzirkel des FC Chammünster wurde 25 / Einer der ersten im Landkreis

CHAMMÜNSTER (chi). "Unser Ziel im Jugendzirkel war über Jahre hinweg, die jungen Leute für Sport und Spiel und letztlich auch für den Verein zu begeistern", umschrieb der langjährige Hauptjugendleiter im FC Chammünster Georg Braun die Zielsetzung der Verantwortlichen im Jugendzirkel, der am Sonntag im Vereinsheim schon 25 Jahre seines Bestehens feiern konnte. Die zahlreichen Ehrengäste würdigten die Aktivitäten der Jugendlichen, vor allem aber auch die weitsichtige Weichenstellung der FCC-Führung vor 25 Jahren, die den Jugendlichen im Verein mit dem Jugendzirkel eine eigenständige Vertretung zugestand.
Jugend erfüllte am Sonntagnachmittag das Vereinsheim in Chammünster, dazwischen saßen verstreut ein paar Erwachsene: Der Jugendzirkel im FC Chammünster beging mit einem kleinen Festakt sein 25-jähriges Bestehen. Der derzeitige Hauptjugendleiter Reinhard Rädlinger hatte unter den Gästen FC-Hauptvorstand Franz Schneider, den Ehrenvorsitzenden Hans Bayer, den bsj-Kreisvorsitzenden Hubert Lauerer, Dritten Bürgermeister und FC-Vorstandsmitglied Karl-Heinz Frank, die Stadträte Mich Daiminger und Hermann Früchtl sowie die Vorsitzende des Chamer Jugendrates Anja Matuschak entdeckt und begrüßte sie namentlich neben all den anderen.

"Zwei Jahrzehnte vorbildliche Jugendarbeit im FC Chammünster",
würdigte bsj-Kreisvorsitzender Hubert Lauerer (li. stehend).

Jugendzirkel, was ist das eigentlich? Darauf gab Rädlinger mit einer Computer-Präsentation Antwort: Das Gremium besteht aus dem Hauptjugendleiter und seinem Stellvertreter (momentan Reinhard Rädlinger und Ulrike Wittmann), die auch Mitglieder im FC-Hauptvorstand sind, weiter aus den beiden Jugendsprechern (Andrea Daiminger und Alexander Kregiel) sowie je zwei Jugendvertretern aus den FC-Abteilungen, die von diesen bestimmt werden und zwischen 14 und 18 Jahre alt sein müssen. Diese Organisation soll im Hauptverein die Interessen der Jugend wahrnehmen und zudem dafür sorgen, dass die Jugendlichen in den Verein integriert und an ihn herangeführt werden, wozu über das Jahr verteilt immer wieder außersportliche Aktivitäten angeboten werden.

Anstoß zum Fußball-Kleinfeld-Turnier durch
Hauptjugendleiter Reinhard Rädlinger und
FC-Vorstand Franz Schneider.


Die Jugendvertretung wird von den jungen FC-Mitgliedern eigenständig gewählt, stimmberechtigt sind die FCler ab 10 Jahren. Eine eigene Kasse hat der Zirkel nicht, wenn Geld gebraucht wird, bekommt er es jedoch vom Hauptverein. Etabliert haben sich inzwischen einige Veranstaltungen des FC-Jugendzirkels, vor allem die Freizeit-Woche in den großen Ferien, bei der sich Ausflüge, Dorferkundung, Spielnachmittage, Zelten, Basteln und noch vieles mehr abwechseln. Dabei werden auch immer wieder Nicht-FC-Mitglieder auf den Verein aufmerksam und deren Interesse am Sportverein geweckt.
Auch schon fest im Jahresprogramm sind die Nikolauswanderungen zu Gasthäusern der Umgebung und das Ostereiersuchen am Sportgelände. Dieses Jahr wurde bereits zum dritten Mal ein Jugendherbergen-Wochenende in der Jugendbildungsstätte Waldmünchen durchgeführt. Die geplanten Kochkurse fanden leider immer zu wenig Interessenten und mussten daher ausfallen. Zwischendurch werden immer wieder Eintagesfahrten angeboten, die meist großen Zuspruch erfahren.
Reinhard Rädlinger stellte nun die einzelnen Mitglieder des aktuellen Jugendzirkels vor, bevor FC-Hauptvorstand Franz Schneider meinte: "Das Organ des Jugendzirkels besteht völlig zu recht im FC, wie man am Bericht des Hauptjugendleiters sehen konnte." Die Jugend sei das Wichtigste in einem Verein und natürlich besonders in einem Sportverein, doch sei früher die Jugend nur von Erwachsenen organisiert worden, Jugendvertretungen und Veranstaltungen für Jugendliche gab es nicht. Da habe Mitte der 70er Jahre der BLSV empfohlen, Jugendzirkel in den Sportvereinen zu etablieren, und der FC sei diesem Rat gefolgt.
Aufgabe der Jugendvertretungen sei auch, auf Randgruppen zuzugehen, etwa auf Aussiedler, und sie über den Sport in den Verein und damit in die Gesellschaft zu integrieren. Auch in Chammünster gebe es dazu genügend Gelegenheit, "stellen wir uns dieser schwierigen Aufgabe", forderte Franz Schneider. Und er war sich sicher, "wir haben Personen, die sich selbstlos und engagiert für die Jugend einsetzen". Die Jubiläumsfeier sei auch ein Zeichen dafür, dass die anfallenden Aufgaben erledigt werden.

Auch das Wettkampfbüro präsentierte sich jugendlich.

"Der FC Chammünster war nach dem ASV Cham und dem FC Furth der dritte Verein im Landkreis mit einer eigenen Jugendvertretung. Er war damit seiner Zeit weit voraus", würdigte bsj-Kreisvorsitzender Hubert Lauerer die frühzeitige Weichenstellung des Minstacher Sportvereins. Mit ungefähr 40 Prozent unter 18-jähriger Mitglieder habe auch heute der FC Chammünster "eine hervorragende Quote". Gerade heute, wo es schwierig sei, die jungen Leute an den Verein zu binden, "bis zur C-Jugend im Fußball geht's noch, doch danach wird's immer schwerer". So sei der FC Chammünster in den letzten beiden Jahrzehnten stets ein Vorbild an Jugendaktivitäten im Landkreis gewesen. Und wenn auch der bsj (Bayerische Sportjugend) selber wenig Geld habe, so wolle er die Arbeit des Jugendzirkels doch mit einer Spende unterstützen.

Transport von springlebendigem "Papier".

"Man muss nicht alles bis ins Letzte organisieren, man muss flexibel und kreativ sein", nannte der langjährige Jugendvertreter im FC Georg Braun seine Maxime, die er auch seinen Nachfolgern im Jugendzirkel empfahl. Mit 15 habe er als Vertreter der Jugend im FC gearbeitet, später dann auch offiziell. Hauptanliegen sei ihm immer die Ferienfreizeit gewesen mit dem Ziel, "die Leute zusammenzubringen und zu begeistern für Sport und Spiel, letztlich natürlich auch für den Verein. Man sieht, es ist auch heute noch Begeisterung da, Freude da. So schaff' ma auch noch die nächsten 25 Jahre Jugendzirkel."
FC-Ehrenvorstand Hans Bayer erinnerte sich an die Anfänge des Jugendzirkels, als man den Jugendforum nennen wollte, um sich von den anderen Vereinen ein wenig abzuheben. Nach einem ersten Treffen der FC-Jugendvertreter mit dem damaligen BLSV-Kreisjugendleiter Leo Hackenspiel am 30. Mai hielt der Jugendzirkel bereits im Juli seine erste Veranstaltung, eine Disco-Party im Gasthaus "Ödenturm" mit überwältigendem Erfolg. Bei der zweiten Tanzparty im kommenden Jahr im "Ellenhorst" mit 120 Besuchern brach der Jugendleiter die Party um 22 Uhr ab, weil's ja eine öffentliche Veranstaltung war und das Jugendschutzgesetz nicht gebrochen werden sollte. So hätte er noch viele Anekdoten auf Lager, so Hans Bayer, aber die Zeit reiche dafür nicht.
"Die Erwachsenen müssen auf die Jugendlichen zugehen, um neue Ideen, neue Möglichkeiten in den Verein zu holen", meinte Stadtrat Michael Daiminger. "Die Jugend schafft es, anders zu denken, als wir es gelernt haben. Die Leute, die am Rande stehen, werden angenommen und integriert. Das gelingt euch hervorragend", lobte er den Jugendzirkel. Der Hauptverein könne ihn dabei nur unterstützen.
Nach so viel Rück- und Ausblick waren aber dann die an der Reihe, um die so eine Feier eigentlich geht, die Kinder und Jugendlichen im FC Chammünster. Sie trugen auf dem Hartplatz im Sportgelände ein Kleinfeld-Fußballturnier mit Dreier-Mannschaften aus oder sie versuchten sich beim Kindertransport mittels Papiertonnen über eine Slalomstrecke. Die erwachsenen Gäste wurden vom Jugendzirkel mit Wurstsemmeln, selbstgebackenen Kuchen und Kaffee versorgt und kramten in ihrem Erinnerungsschatz nach Episoden aus den 25 Jahren FCC-Jugendzirkel.