Freude, weil Stadt nicht zahlen muss

Sportgeräte vom FC Chammünster für Kindergarten Haderstadl / Zahlen tun BLSV und DAK

CHAMMÜNSTER/HADERSTADL (chi). "Wir feiern heut ein Fest, herein, herein, wir laden alle ein", sangen am Mittwoch Vormittag die Kleinen im Kindergarten Haderstadl. Es waren zwar nicht alle gekommen, aber "ein paar Männer" und eine Frau. Warum? Es wurde das offizielle Ergebnis eines Kooperationsvertrags des Sportvereins FC Chammünster mit dem Kindergarten Haderstadl gefeiert, der dazu führte, dass letzterer Sportgeräte im Wert von 500 Euro geschenkt bekam, die der FC vorfinanziert und die letztlich die Bayerische Sportjugend bsj im Bayerischen Landessportverband (BLSV) und die DAK-Krankenkasse bezahlen.


        Margret Karl als BLSV-geprüfte Übungsleiterin machte die Kooperation zwischen
                                           Kindergarten und FC erst möglich.


So waren die zur Feier erschienenen "Männer" einmal FC-Vorstand Franz Schneider, der Repräsentant der DAK Winfried Steinmann und Bürgermeister Leo Hackenspiel vom Träger des Kindergartens, der Stadt Cham. Zu ihnen gesellte sich als Vertreterin der Eltern Marion Plötz. Im - eigentlich viel zu kleinen - Turnraum des Kindergartens hatten sich die beiden Gruppen versammelt und saßen brav an der Wand entlang und bestaunten den Aufmarsch der neugierig erwarteten Männer, die zumindest Kinderstühlchen zum Sitzen bekamen.


          Ein Freudentanz von Groß und Klein wegen des Geschenks.

Die Gäste wurden nun vorgestellt, zuerst der "Chef von der Stadt Cham, von dem ma meistens Geld kriegen, wenn ma was brauchen". Franz Schneider erklärte, dass der FC heute den Kindern etwas schenke, das er aber gar nicht selber zahlen müsse. Aber er habe mit der Margret Karl ausgemacht, dass die Kinder dafür auch fleißig turnen. Winfried Steinmann lobte die Kinder für ihr eifriges Turnen, deshalb gebe die DAK, die zusammen mit der bsj diese Aktion der Zusammenarbeit zwischen Sportverein und Kindergarten finanziert, gerne dafür Geld aus, was momentan zum Glück möglich sei. Kindergarten-Leiterin Sonja Gerschütz stellte fest, dass der heutige Tag ein Festtag sei, weil der Kindergarten etwas geschenkt bekomme, und deshalb sangen die Kinder auch das eingangs vorgestellte Lied.

Über so viel Turngeräte freuten sich die Kinder der Gruppe "Frederick"
 mit den Erzieherinnen und den Spendern.


"Etz woaß i net, ob der Herr Bürgermeister was sagen will?" "Freilich!" "Dann muss i ma's bequem machen", meinte da die Margret, aber so lang war die Ansprache dann doch nicht. Hackenspiel bekannte: "Wir freuen uns, dass ihr heute was geschenkt bekommt, dann muss die Stadt net so viel zahlen." Franz Schneider bemerkte, dass die Kinder wohl erzogen sind, weil sie so ruhig auf ihrem Platz gesessen sind. Diese fruchtbare Arbeit der Erzieherinnen wolle man mit der Spende unterstützen, wobei man sicher nicht kurzfristige Erfolge erwarten dürfe, sondern sich die Ergebnisse in einem längeren Zeitraum offenbaren werden. Auch von der bsj und der DAK sei die Finanzierung solcher Turngeräte langfristig angelegt, da damit bereits bei Kindern das Interesse am Sport und damit auch die Gesunderhaltung gefördert werden. Dass der FC die Organisation der Kooperation übernommen habe, solle den Verein in ein gutes Licht stellen und eventuell die Kinder an ihn heranführen.

                           ... und natürlich auch die Gruppe "Regenbogenfisch".

Es sei "ein Glücksfall überhaupt, dass der Verein mit der Karl Margret eine BLSV-geprüfte Übungsleiterin hat, die auch im Kindergarten angestellt ist". Nur so konnte der Kooperationsvertrag abgeschlossen werden, denn die bsj hat dies zur Bedingung ihrer Förderung gemacht. Die Übungsleiterin musste dazu ein fachliches Grobkonzept mit übergeordneten Lernzielen für den Einsatz der gesponserten Geräte erarbeiten, der Sportverein seine Ziele, die er mit dieser Aktion erreichen wollte. Beides wurde von der bsj geprüft und für förderungswürdig gehalten.
So konnten zwei Trampolins, Gummibälle, Springseile ("wer Seilhupfen kann, der kann eigentlich alles", so Margret Karl), "Anti-Stress-Bälle", kleine Sandsäckchen sowie zehn Rollwagerl angeschafft werden, wobei es für letztere in der vorigen Woche extra Führerscheinprüfungen gegeben hat, weil die Wagerl zwar was Gutes seien, aber auch gefährlich sein können und die Kinder den verantwortungsbewussten Umgang damit erlernen sollten. Am Mittwoch mussten zwei Probanden zu einer Nachprüfung antreten! Auch im Kindergarten wird einem der Führerschein nämlich nicht nachgeschmissen. Doch bevor mit all den tollen neuen Geräten geturnt werden durfte, tanzten Kinder und erwachsene Gäste noch einen komplizierten Tanz und dann wurde an festlich gedeckten Tischen das Geschenk von DAK und bsj mit Ameisen- und Martinsganserl-Kuchen groß gefeiert und Winfried Steinmann freute sich, dass er endlich mal in einen Kindergarten kommen durfte.

 

Hierl Holder
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