Der Fußball bekam in Chammünster seinen Tag
Die Fußball-Mannschaften des FC Chammünster präsentierten sich / Ehrungen und Feiern
CHAMMÜNSTER (chi). "Wir
haben eine sehr erfolgreiche Saison hinter uns und das wollen wir mit diesem
‚Tag des Fußballs' würdigen", erklärte der Fußballabteilungsleiter im FC
Chammünster Heribert Roiger am Samstagnachmittag, als er die vielen Gäste zu
diesem Fußball-Ehrentag am Sportgelände begrüßte. Besonders hieß er die aktiven
Fußballspieler willkommen, ohne ihren Einsatz in Training und Spielen gäbe es ja
nichts zu feiern. Doch so konnten zwei Juniorenmannschaften als Meister ihrer
Klassen geehrt werden und auch die anderen Teams zogen sich zumindest achtbar
aus der Affäre, bedenkt man, dass die Chammünsterer Fußballer keine potenten
Sponsoren im Rücken haben und bewusst den steinigen Weg, vorwiegend mit eigenen
Kräften zum Ziel zu kommen, gehen. Dass dabei eben doch Erfolge, zumindest im
Jugendbereich, gefeiert werden können, zeigte die abgelaufene Saison.
Damit auch einmal nicht nur die Mamas und Papas sehen, wie die jungen FCler
Fußball spielen können, waren am Nachmittag des "Tag des Fußballs" alle
Junioren-Mannschaften bei Spielen im Einsatz. Mal ging es gegen die Betreuer,
mal gegen die Mamas, mal gegen die Alte-Herren-Mannschaft und immer wurde mit
viel Einsatz und Leidenschaft gekämpft und es gab auch immer wieder mal schöne
Spielzüge zu sehen. Die Ergebnisse waren dabei zweitrangig, wenngleich natürlich
ein Sieg über die "Großen" schon besondere Bedeutung hatte.

Fußball, Festzelt, Fröhlichkeit, die
Zutaten zum "Tag des Fußballs" beim FC Chammünster
Aber auch aus den Punktspiel-Ergebnissen war die Spielstärke abzulesen. So war
Abteilungsleiter Heribert Roiger stolz auf seine B- und F-Jugendlichen, die
jeweils in ihrer Klasse Sieger wurden, wobei man vor allem von den Jüngeren
positiv überrascht war über deren Meisterschaft, "die ham uns völlig überrascht,
des hätt keiner glaubt, dass die des so super machen", bekräftigte der
Fußballerchef. Da gebe es allen Grund zu feiern, aber auch Dank zu sagen.
Besonders den Eltern, dass sie Trainer und Betreuer aktiv unterstützt haben, die
Kinder zu den Spielen und zum Training gebracht haben, aber auch die Dresses
gewaschen haben.
Aber auch den Trainern und Betreuern gebühre Dank, sei es doch nicht
selbstverständlich, dass sie unentgeltlich ihre Freizeit opfern und oft auch
finanzielle Leistungen erbringen und den Kindern das Fußballspielen beibringen.
Doch das Lehren des Fußballspiels sei es nicht allein, was Trainer so können
müssen: "Fußball ist ein Mannschaftsspiel, da müssen außer dem Training auch
Teamgeist, Zusammengehörigkeitsgefühl, Disziplin beigebracht werden."
Bevor die B-Jugend dann gegen die AH-Mannschaft ("Die ham, man darf's gar net
sagen, nicht einmal ein Spiel gewonnen", bemerkte Roiger leicht verzweifelt über
seine Oldies) zum Kräftemessen antrat, stellten die Trainer der
Jugendmannschaften ihre Teams vor und zeichneten einige Spieler aus. Dieter
Barufke machte den Anfang: "Ich hab am Anfang gedacht, wir trainieren halt bloß
so, ohne in den Spielbetrieb zu gehen", erzählte er, doch die Mütter der
Nachwuchsfußballer hatten da mehr Ehrgeiz und forderten: "Wir greif' ma an!" Und
so wurde das Wagnis eingegangen, nachdem in der Qualifikation das erste Spiel
gleich gewonnen worden war. In die Gruppe 4 kam die Mannschaft, "das erste Spiel
hamma verloren, aber danach is richtig los ganga", so Dieter Barufke. Und zu
aller Überraschung stand die Mannschaft am Ende an der Tabellenspitze.
Dass es die Mannschaft so weit schaffte, führte der Trainer auf den Fleiß und
den Eifer seiner Schützlinge zurück. Das Training wurde allgemein fleißig
besucht, alle Einheiten hatten Daniel Brinkmann und Niko Pöschl mitgemacht. Am
torgefährlichsten war jedoch Marco Sperl mit 22 Treffern, vor Lukas Stöger mit
zehn. Barufke verwies auch auf das einzige Mädchen, das derzeit beim FC dem
Fußball nachläuft und in der F-Jugend mitspielt: Jenny Pongratz. Und auch den
Torwart erwähnte er extra noch, weil der mit seiner herausragenden Leistung erst
die Erfolge der Mannschaft gesichert habe. Dank sagte er noch dem
Mannschaftsbetreuer Michael Jokisch, der immer für den reibungslosen Ablauf der
Spiele gesorgt habe und "seit gestern ist er ein anderer Mensch" - er wurde
nämlich Vater.
Die E-Jugend des FC war nicht ganz so erfolgreich, wie deren Trainer Sepp
Staudner bekannte, immerhin erreichte sie den vierten Tabellenplatz. 33
Trainingseinheiten hatte er durchgeführt und der Staudner Sepp jun. und der
Irrgang waren dabei die Eifrigsten. "Wie alle Jahre ist der Michael Achatz
wieder Torschützenkönig geworden", so Staudner, gefolgt vom Korbinian Burger.
Der Trainer der D-Jugend konnte am Samstag nicht kommen, so dass hier nur der
beste Torschütze Benedikt Burger und der Fleißigste beim Training, Stefan
Holzer, ausgezeichnet wurden.
Und dann kam schon das Aushängeschild des FCC-Fußballs an die Reihe, die
B-Jugend. Deren Trainer Klaus Hunger hat sie als C-Jugend letztes Jahr schon zur
Meisterschaft geführt und dieses Jahr hat's wieder mit dem Meistertitel
geklappt, auch wenn eigentlich noch sechs Spieler als C-Jugendliche durchgehen
würden. Mit 15 Spielern habe man die Saison begonnen, doch hätten bald zwei "das
Handtuch geworfen" und die Spielerdecke sei immer dünner geworden. Pechvogel der
Mannschaft sei Raphael Etti gewesen, der immer wieder verletzt worden sei. Zur
Winterpause habe man schon den ersten Platz in der Tabelle erobert gehabt und
als man danach in Wilting gesiegt hatte, "ist der Schlendrian gekommen, auch im
Training", ärgerte sich Hunger. So habe es erst einer deftigen 6:1-Schlappe
bedurft, um die Spieler wieder auf den Teppich zu holen und letztlich doch
souverän Meister zu werden.

Fußball-Abteilungsleiter Heribert Roiger
(links) und Fußball-Jugendleiter Christian Schnur
(daneben) freuen sich über die erfolgreichen und fleißigen Jugendfußballer
Klaus Hunger dankte dem Mannschaftsbetreuer Herbert Treml für seinen stetigen
Einsatz und übergab ihm einen Gutschein für einen Restaurantbesuch. Wie auch die
Trainingsfleißigsten aus den anderen Mannschaften erhielt Johannes Treml eine
Urkunde, er hatte alle 45 Trainingseinheiten mitgemacht und in zwei Jahren nur
einmal gefehlt. Da gab's einen Gutschein für den Hochseilpark extra für so viel
Einsatz. Die meisten Tore hatte Michael Wegerer mit zwölf Treffern erzielt. Und
Klaus Hunger kürt auch immer einen "Spieler des Jahres", der nicht unbedingt der
erfolgreichste sein muss, aber eben irgendwie aufgefallen ist. Diesmal hatte er
Raphael Etti erkoren, weil der so viel Pech hatte und schon wieder mit
Kreuzbandriss im Krankenhaus liegt. Und damit es nächste Saison keinen Einbruch
gibt, wird am 1. August wieder mit dem Training begonnen.
Dass das Verhältnis der Mannschaft zu ihrer Leitung stimmt, zeigte danach ihre
Geste, indem sie an den 60er-Fan Herbert Treml eine Fahne seiner
Lieblingsmannschaft schenkte und dem Trainer auch ein Geschenk in Aussicht
stellte, aber an dem wird noch gestrickt.
Abteilungsleiter Heribert Roiger hatte ebenfalls noch jemand zu ehren, nämlich
den Martin Iglhaut und den Stefan Holzer für je 200 Jugendspiele.
FC-Hauptjugendleiter Alexander Kregiel stellte noch kurz das Ferienprogramm der
FC-Jugendleitung vor, bevor Heribert Roiger einmal die Mannschaften für das
abschließende Fußballspiel auf den Platz bat, zum anderen auf den Rollbraten der
Metzgerei Hunger verwies, der gerade eingetroffen war und des Verschlingens
durch die Festgäste harrte. Denn natürlich wurde beim "Tag des Fußballs" nicht
nur Fußball gespielt und geschaut und geehrt, sondern auch ausgiebig die
Geselligkeit bei Köstlichem von Grill, Ofen und aus Flasche und Fass gefeiert.
Sogar ganz besondere Mixturen gab es zu kosten in der Cocktailbar. Und so war
die Fußballerfeier am späten Nachmittag noch lange nicht zu Ende und erst in
tiefer Nacht verließen die ersten den Festplatz.