Jahresversammlung am 22.02.2002
Wie gewinnt man Nachwuchs für
Eisstocksport?
Jahreshauptversammlung der
Eisstock-Abteilung im FC Chammünster / Ehrungen und Sorgen
Lebhaft verlief die
Jahreshauptversammlung der Eisstock-Abteilung des FC Chammünster am
Freitagabend im Vereinsheim. Ein Grund war die unvermutete Rücktrittserklärung
von Abteilungsleiter Erwin Mühlbauer, die er dann doch bis zur Neuwahl im
kommenden Jahr verschob, der andere war die Frage, wie man am ehesten den
Eisstocksport in Chammünster wieder nach oben bringen kann. Erfreulich war
der Anlass für zwei Ehrungen, nämlich die vielhundertfache Teilnahme an
Turnieren durch Alfred Schönberger und Rudi Seebauer.
Sportlich nicht besonders erfolgreich
verlief die letzte Saison für die Eisstockschützen des FC Chammünster,
weshalb in der Aussprache nach den Rechenschaftsberichten während der
Jahreshauptversammlung der Abteilung nach Ursachen und Abhilfe gesucht wurde.
Abteilungsleiter Erwin Mühlbauer begrüßte zunächst die erschienenen
Mitglieder und FC-Hauptvorstand Franz Schneider, rief zum Gedenken an die
verstorbenen Abteilungsmitglieder auf und blickte dann auf die Veranstaltungen
der Eisstöckler im vergangenen Jahr zurück.
Da gab es die Dorfmeisterschaft Eisstock Sommer mit 20 Mannschaften, die
Teilnahme an einer Werbeveranstaltung, worauf man einheitliche Jacken
gespendet bekam, im Juni führte die FC-Abteilung die Kreisligameisterschaft
unter Schirmherrschaft von Helmut Wittmann durch, Ende des Monats war das 40.
FC-Jubiläum. Im September gab es ein Pokalturnier mit 22 Mannschaften, im
Oktober eines mit 13 Mannschaften, da die Veranstaltung zunächst verschoben
werden musste. Bei der Einweihung der Eisstockhalle in Untertraubenbach,
"eine Supersache", waren die Minstacher Stöckler dabei und führte
schließlich nach längerer Zeit wieder eine Wintermeisterschaft auf den
Weihern bei Untertraubenbach durch.
"60 Turniere, bei denen 21 Schützen eingesetzt waren und dabei 60
Mannschaften bildeten, waren letztes Jahr im Einsatz", berichtete
Schriftführerin Luise Töpfl, wobei vor allem die Herrenmannschaft mit 59
Turnierteilnahmen das Gros der sportlichen Aktivitäten bestritt und zum Teil
recht gute Platzierungen erzielte. So wurde sie beim Kreispokal Sommer und bei
der Landkreismeisterschaft Sommer jeweils Zweite, bei der
Landkreismeisterschaft Winter sogar einmal Erste. Insgesamt gab es bei den
Turnieren dreimal Platz eins, viermal Platz zwei und sechsmal Platz drei. Die
FC-Eisstockabteilung führte selber die 18. Dorfmeisterschaft, Pokalturniere,
die Kreisliga-Meisterschaft Sommer sowie Vereinsmeisterschaften Einzel und
Mannschaft Sommer wie auch Winter durch.
Vereinsmeister im Einzelschießen wurden Alfred Martin, Franz Hartl und
Reinhard Töpfl. In der Saison hatte Alfred Martin mit 29 die meisten Einsätze,
Erwin Mühlbauer kam auf 26 und Alois Breu auf 25. Dieser konnte sein Konto
auf der "ewigen" Einsatzliste noch aufstocken auf bisher 551 Einsätze,
ihm folgen Max Siebenhandl mit 423 und Alfred Schönberger mit 401. Bedenkt
man, dass pro Einsatz sechs bis sieben Stunden aufgewendet werden müssen,
dann kommen rund drei Monate ununterbrochener Eisstocksport zusammen.
Bei den Rundenwettkämpfen lief es wieder nicht besonders gut, im Sommer und
im Winter mussten je zwei Mannschaften absteigen, im Winter schaffte eine den
Aufstieg von der D- in die C-Klasse. "Zum Feiern hamma ganz weng, wir müss
ma uns an de anhängen, de aufgstiegen san", meinte Luise Töpfl zum
Schluss. Ihr Mann Alfred führt die Abteilungskasse und konnte für das
vergangene Jahr ein Plus auf dem Konto verzeichnen. Ihm bescheinigte Kassenprüferin
Kathrin Engl eine einwandfreie Buchführung und Abteilungsleiter Erwin Mühlbauer
stellte lakonisch fest: "Wenigstens a Geld hamma no."
"Es geht in einem Verein nicht darum, ob eine Abteilung die erste ist
oder nicht, sondern darum, ob sie ein Pfeiler im Verein ist - und die
Eisstockabteilung ist trotz der wenigen Mitglieder einer", lobte
FC-Hauptvorstand Franz Schneider. Im Eissport sei es schwierig,
Nachwuchsarbeit zu betreiben, trotzdem solle man sich darum bemühen. Der
Vorsitzende lobte die Abteilungsmitglieder für ihre Teilnahme beim FC-Jubiläumsfestzug
wie beim Weinfest. Auch bei der Vorbereitung des FC-Faschingswagens hätten
sich die Eisstöckler wie selbstverständlich beteiligt. Bei FC-Versammlungen
wäre aber eine größere Beteiligung angebracht, um "die Bedeutung der
Abteilung in der Öffentlichkeit darzustellen". Mit der Abteilungsleitung
habe es jedoch immer ein gutes Einvernehmen gegeben.
"Für den Einsatz in 100 Jahren - ah, in 100 Turnieren natürlich darf
ich den Rudi Seebauer ehren", sagte Erwin Mühlbauer und überreichte dem
fleißigen Eisstock-Schützen ein Bierkrügerl, für gar 400 Einsätze wurde
Alfred Schönberger mit einem Zinnkrug geehrt und den beiden für ihr
Engagement gedankt.
Unter dem Punkt "Sonstiges" hatte Abteilungsleiter Erwin Mühlbauer
eine Überraschung parat, er erklärte seinen Rücktritt als Abteilungsleiter,
einmal aus logistischen Gründen - er wohnt in Windischbergerdorf -, zum
andern "i hab a koa Lust mehr, bei mir is des so, als wenn man an Hund
auf d'Jagd tragen muss". Der FC-Vorsitzende pochte jedoch auf eine
saubere Lösung und so einigte man sich nach vielen Überlegungen darauf, dass
Mühlbauer weiter die Abteilung leitet, sein Stellvertreter Reinhard Töpfl
aber die meisten Arbeiten übernimmt. Mühlbauer dankte dann allen, die beim Häuselbau
bei den Eisstockbahnen mitgeholfen haben, besonders auch der Firma Dankerl für
die Spende des Pflasters und der Firma Rädlinger für den Asphalt.
Reinhard Töpfl merkte an, dass es manchmal schon an "Geldtreiberei"
grenze, wenn beim Training immer um Geld gespielt wird. Es wäre vielleicht
sinnvoll, die Gewinne in die Kasse zu geben und mit der Abteilung dann einmal
eine Fahrt zu unternehmen. Auch Konrad Rädlinger meinte, dass es für den
Nachwuchs in der Abteilung nicht gut sei, wenn jemand einmal zum Training
kommt und wird dann ausgenommen, "der kommt dann nimmer. Wir sind jetzt
jedes Jahr abgestiegen, so kann's net weitergehn." Andere vertraten
wieder die Ansicht, dass es schon ein bisserl um Geld gehen müsse, damit ein
Anreiz auch beim Training da ist. Und Mühlbauer sah den Abstieg eher dadurch
verursacht, dass bei den Turnieren nie eine eingespielte Mannschaft antritt.
Franz Schneider ermahnte auch, dass die Übungsleiter sich mehr der Anfänger
annehmen sollten, das sei schließlich ihre Aufgabe. Zum Schluss wurde noch
daran erinnert, dass die Abteilung nächstes Jahr ihr 25-jähriges Bestehen
feiern kann und dass sich die Leitung überlegen soll, wie dies Jubiläum
begangen werden kann.

|
Die
geehrten Rudolf Seebauer und Alfred Schönberger mit Abteilungsleiter
Erwin Mühlbauer, Stellvertreter Reinhard Töpfl und Hauptvorstand Franz
Schneider |
zurück