Wintersport, wie er früher war

Skiabteilung des FC Chammünster motiviert mit Wettbewerb – Alte Tugenden entdeckt

Beste Langlaufstrecken gibt's am Gibacht, wie Luis und Andy Schönberger fanden.

Chammünster (hh). Den ganzen Sommer über hatten sie fleißig für die Skisaison trainiert und sind eigentlich topfit, die Sportler des FC Chammünster. Aber es ist halt immer noch nichts mit dem heutzutage normalen Skifahren und vor allem auch nicht mit den Rennen. Um die FCCler trotzdem bei der sportlichen Stange zu halten, haben die Betreuer des Skiteams sich einen Wettbewerb ausgedacht, bei dem die einzelnen Familien ihre Wintersportaktivitäten mit kurzen Berichten und Bildern oder kurzen Videoclips dokumentieren. Für die besten Ideen soll es am Ende eine kleine Belohnung geben.

Und da zeigte sich, dass die Minstacher Skifahrer sich sehr vielseitig austobten und es auch weiter tun, soweit es irgendwie möglich ist. Und weil die technischen Hilfsmittel, wie Bergbahnen oder Skilifte, derzeit ausfallen, besannen sich viele Eltern auf das, was sie früher im Winter gemacht haben: Am Hang hinter dem Haus oder im Garten eine Piste treten – was, wie ein Teilnehmer schön beschrieben hat, schon das Aufwärmtraining bestens ersetzte –, vielleicht noch einen Natursprunghügel auftürmen – und schon war der Nostalgie-Skisport möglich und wurde auch von den Kindern mit großer Gaudi betrieben. Es ist halt nicht alles schlecht, was früher war. Gut, für ein ordentliches Rennen sind solche handgemachten Pisten nur bedingt tauglich. Aber der Gaudifaktor ist umso größer.

Andere entdeckten das Tourengehen für sich und bestiegen den Arber, als es noch möglich war, oder einfach Berge in der Nähe, auf denen es ja auch wunderbare Touren gibt. Auf Skier verzichteten auch die nicht, die vom alpinen Sektor auf den nordischen umstiegen, teilweise als Alternative schon länger geplant. Die meisten suchten dann gespurte Loipen für den Sport auf und fanden schnell von der parallelen Skiführung in den Skateschritt. Andere durchzogen einfach die Wiesen vor der Haustüre mit ihren Langlaufspuren und entdeckten so eine neue Sicht ihrer Heimat, der Roland fand sogar eine echte „Zielschussfahrt“ auf der Brücke, auf der die FC-Inliner im Sommer trainieren. Und für die Kleinen waren natürlich Schlitten oder Snowtube die erste Wahl.

Das ist schon ausgefallener Wintersport: mit dem E-Bike durch den Winterwald.

Früher gang und gäbe, heute ungewohnt: der händische Skitransport zum Startpunkt der Skipiste.

Eine etwas anstrengendere Art des Wintersports haben sich die Hechts ausgesucht und eine E-Bike-Tour durch den winterlichen Wald unternommen. Gut, ohne die elektrische Unterstützung wär’s ein Martyrium geworden, aber so und mit breiten Reifen und niedrigem Reifendruck soll’s recht passabel gelaufen sein, trotz Schnee und auch mal bergauf. Aber auch ganz ohne Hilfsmittel waren einige unterwegs und genossen den damals noch vorwinterlichen Wald und die Ruhe der Natur im Kreis der Familie bei Spaziergängen. Oder aber sie ließen sich auf dem Rücken eines Pferdes über die Koppel und durch die Gegend tragen.

Und wenn auch dank der Kreativität und des Erinnerungsvermögens der Eltern vielfältiger Wintersport betrieben wurde, so vermissen doch alle die regelmäßigen Skitrainings der FCC-Skifamilie und natürlich auch die Skirennen im Bayerwald. Mal schauen, ob’s in diesem Winter noch was wird. Das Skirennwochenende des FC Chammünster am 27./28. Februar ist jedenfalls noch nicht abgesagt.

Spaziergang im Wunderwald.

Auch der Papa traut sich über die Natursprungschanze.

Daumen hoch für den alternativen Wintersport meint Sofie Reitmeier beim Tourengehen.

Mit den Langlaufskiern rund um Chammünster.

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