Eine Abteilung weg, zwei schwächeln

Jahresversammlung des FC Chammünster – Fußball, Turnen und Ski/Inline stabil

Der weitegehend wieder gewählte Vorstand versucht weiterhin, den FC Chammünster lebendig zu halten.

CHAMMÜNSTER. (chi) Die Jahresversammlung des FC Chammünster am Samstagabend im Hotel Sonnenhof in Schlondorf spiegelte das Interesse der Mitglieder an ihrem Verein wider: Sport treiben in der Gruppe ja, sich für den Verein oder in den Abteilungen engagieren, dazu sind nur wenige bereit. So fand sich bei der Neuwahl des Vorstands niemand, der das Amt der Kassenprüfer übernehmen wollte, so dass die bisherigen kommissarisch weitermachen. Doch auch die Abteilungen stehen zum Teil vor dem Aus, weil keiner bereit ist, Verantwortung zu übernehmen oder als Übungsleiter oder Betreuer zu fungieren.

Nach der Gedenkmesse für die verstorbenen FCler in der Pfarrkirche traf sich eine recht überschaubare Anzahl Mitglieder zur Jahresversammlung mit Neuwahl des Vorstands und einer Satzungsänderung. Wenn auch Vorsitzender Dr. Georg Turba meinte, es sei „eine ganze Menge“ erschienen, die ihre Verbundenheit mit dem FC damit ausdrückten. Man ist bescheiden geworden im FC Chammünster. Immerhin konnte die Mitgliederzahl mit 760 in den letzten beiden Jahren gehalten werden, wobei der Anteil der Erwachsenen im Vergleich zu den Kindern und Jugendlichen zugenommen hat.

In den zwei Vorstandssitzungen seit der letzten Jahresversammlung seien vor allem Vereinsheim-Angelegenheiten, die Aufnahme des Datenschutzes in die Satzung, die offizielle Auflösung der Tennisabteilung, die faktisch schon lange geschehen war, ein Angebot der Malteser für einen Erste-Hilfe-Kurs sowie die Einladung zum Jubiläumsfest der SpVgg Windischbergerdorf heuer besprochen worden.

Die Aktivitäten des Hauptvereins bzw. des Vorstands hatte Turba als Liste verteilt, ging nur auf einige besondere Ereignisse ein. Etwa die Sportlerehrung der Stadt Cham, bei der Claudia Wittmann, Max Schödlbauer, Katharina Hoffmann und Elisabeth Schödlbauer für ihre internationalen, nationalen oder bayerischen Erfolge und Titel ausgezeichnet wurden. Probleme mit der Nutzung der Schulturnhalle durch den FC, aber auch andere Gruppen wurden mit der Schulleiterin Daniela Karl und Simone Holzinger von der Stadt besprochen und gelöst. Mit der Schule wurde auch die Durchführung einer Sportabzeichenprüfung für die Schüler vereinbart. Diese wurde dann auch mithilfe der DJK Vilzing und der Prüfer des FC Anfang Juli am Sportplatz durchgeführt. Bis auf eine Mutter, die ihr Unverständnis ausdrückte, dass man die Kinder bei der Hitze über den Platz jagt, fanden alle das Ereignis schön. Es hatte gezeigt, dass die Schüler durchaus leistungswillig und –fähig sind, wenn man sie nur lässt. Die DJK spendierte den Kindern als Anerkennung ein Eis.

Für ihre jahrzehntelange Leistung als Übungsleiterinnen im Turnen wurden Bärbel Beyer und Anita Gruber im September als „Helden im Hintergrund“ vom BLSV geehrt. Eine weitere Ehrung erhielten Claudia Wittmann und Maximilian Schödlbauer von der Ski- und Inlineabteilung für ihre Bronzemedaillen bei der Inline-Weltmeisterschaft in Barcelona. Mit ihren Urkunden ausgezeichnet und mit einem Buffet im „Sonnenhof“ belohnt wurden wieder die Teilnehmer des FC am Sportabzeichen. Max Schießl ehrte der FC für sein jahrzehntelanges und vielfältiges Engagement an vorderster Front im Ski- und Fußballbereich oder auch beim Tennis. Schießl wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Andere unermüdliche Helfer im Verein musste man zum Grab begleiten, wie Erich Brandl, Werner Babl oder Reinhard Iglhaut.

Für viele Jahre FC-Mitgliedschaft wurde diesen Mitgliedern gedankt.

Eingebunden war der FC mit seinen Abteilungen außerdem an der Segnungsfeier der Weißen Brücke oder bei der Dorfmeisterschaft im Schießen der Schützengilde Chammünster und dem anschließenden Schützenkirta mit der Siegerehrung. Die Turn- und die Fußballabteilung hielten wieder stimmungsvolle Adventfeiern und die Fußballer organisierten erneut den Weihnachtsmarkt am Sportgelände.

Turba wies noch auf die Einladung der SpVgg Windischbergerdorf zu ihrem Gründungsjubiläum hin. Leider habe er noch wenig Infos dazu, so dass eine Terminfestlegung noch nicht möglich ist. Wahrscheinlich wird am Freitagabend und am Sonntagvormittag mitgefeiert. Und im Juli soll im Vereinsheim in der Gaststube ein neuer Bodenbelag eingebracht werden. Der Vorsitzende schloss seinen Bericht „mit vielem Dank“ an die Stadt Cham für die gute Zusammenarbeit beim Pachtverhältnis des Sportplatzes und für das Nutzungsrecht der Schulturnhalle; an Vereinsheimbeauftragten Bernhard Dietz, der nicht mehr weitermachte; und an die Vorstandschaftskollegen. Besonders Kassenverantwortliche Claudia Wittmann sei hier hervorzuheben, die äußerst zuverlässig und schnell alle Buchungen vornimmt, obwohl sie ja noch die Abteilungskasse der Ski-/Inlineabteilung und die des Inline-Weltverbands betreut. Eine wichtige Stütze für ihn als Vorsitzenden – etwa bei der Erinnerung an Termine oder beim Versenden von Einladungen etc. – sei auch Angelika Schübl, die fast 40 Jahre Schriftführerin des Hauptvereins sei.

Es folgten die Berichte aus den Abteilungen (eigener Bericht). Hauptjugendleiterin Laura Hastreiter hatte ihren Bericht schriftlich dem Vorsitzenden zugeschickt. Sie konnte nur ein erfolgreiches Osterbasteln für Kinder vermelden, eine Wanderung musste wegen fehlender Beteiligung ausfallen. Mehr wurde nicht versucht, was Georg Turba sehr schade fand.

Auch der Kassenbericht lag nur schriftlich vor, da Claudia Wittmann im Ausland weilt. Die Kasse wies im vergangenen Jahr ein schönes Plus auf, da sich die Ausgaben im Rahmen hielten und es Zuschüsse gab.

Nicht so gut steht es mit der Kasse des Vereinsheims, wie Bernhard Dietz vermeldete. Im letzten Jahr sei sie fast leer gewesen, da zweimal Gas getankt wurde wegen der drohenden Preissteigerung. Die Pächtersuche für die Gaststätte sei verschoben worden, da erst der brüchige Fußboden gerichtet werden soll, was nach der Fußball-EM Ende Juli geschehen soll. So fehlen von dieser Seite Einnahmen. Aber einen Anteil der Energiekostenpauschale habe der FC ans Vereinsheim weitergegeben.

Georg Turba ließ die Versammlung nun darüber abstimmen, die Tennisabteilung offiziell als aufgelöst zu betrachten und dass das Vermögen der Sparte von knapp 1000 Euro an die Hauptkasse fällt. Alle Anwesenden waren dafür. Ebenso wie später für eine Satzungsänderung, da Datenschutzrichtlinien aufgenommen wurden, etwa wenn es um die Verwendung von Bildern der Sportler für Zeitungsberichte oder FC- oder Verbands-Homepages geht.

Stadtrat Thomas Platzer zog als Wahlleiter die Neuwahl des FC-Hauptvorstands zügig durch. Fast alle Vorstandsmitglieder traten wieder für ihre Posten an. Ergebnis: 1. Vorsitzender: Dr. Georg Turba; 2. Vorsitzender: Dr. Hans-Jürgen Moser; Hauptkassier: Claudia Wittmann; Schriftführerin: Angelika Schübl; Pressewart: Holder Hierl; EDV/Mitgliederverwaltung: Andreas Eckersley; Hauptjugendleitung: Laura Hastreiter; Vereinsheimbeauftragte: Erich Babl, Christian Schnur. Da sich fürs Amt des Kassenprüfers keiner meldete, beschloss die Versammlung, dass die bisherigen Amtsinhaber Günther Lommer und Josef Griesbeck bis zur nächste Jahresversammlung dies weiter erledigen. Dann sollen neue Prüfer gefunden sein – oder die Satzung erlaubt bis dahin, dass die beiden Revisoren auch länger als sechs Jahre im Amt bleiben dürfen.

Von den für eine Ehrung wegen treuer Mitgliedschaft vorgesehenen FClern waren nur wenige gekommen. Eingeladen worden waren: Karl-Heinz Frank, Anton Schamberger und Hermann Weiß für 60 Jahre beim FC; für 50 Jahre Ulrich Gütlhuber, Herbert Haberl, Karl-Heinz Post, Birgit Hoffmann und Hermann-Josef Weiß; für 40 Jahre Erna Busch, Markus Bierl, Stefan Schönberger, Anton Kollmer, Vincent Bauer, Michael Jokisch und Karin Müller, für 25 Jahre Rosemarie Weinmann, Florian Zach, Markus Baumgartner du Rosemarie Mayer.

In seinem Grußwort dankte Thomas Platzer der FC-Führung für ihre Arbeit. Sie habe in schwieriger Zeit Verantwortung für den Verein übernommen und diesen am Laufen gehalten. Der Verein sei in der Region bekannt, so dass es für den Ort wichtig sei, dass er erhalten bleibt, gerade auch für das Sportangebot für die Bevölkerung. Stefan Schönberger meinte, dass die Anwesenden eigentlich die falsche Adresse für seine Bitte seien, das Ehrenamt mehr und uneigennützig zu unterstützen. Gerade die, die nicht anwesend seien, sollten sich dies zu Herzen nehmen. Ein großes Lob sprach Schützenmeisterin Angelika Sand der neuen Führung der Fußballabteilung aus. Die Zusammenarbeit der Schützen mit ihr in Sachen Vereinsheim klappe so gut wie schon lange nicht mehr.

Bürgermeister Martin Stoiber sagte, er gehe gern zu Jahresversammlungen, weil er sehen wolle, wie es in den Vereinen läuft und was für Anliegen sie haben. Er wisse, dass es heute schwierig sei, Menschen für irgendwelche Aufgaben in einem Verein zu finden. Vielleicht solle man versuchen, in den Neubaugebieten Mitglieder zu gewinnen. Natürlich dürfe man die nicht gleich mit der Bitte nach einer Amtsübernahme verschrecken. Aber mittelfristig ließen sie sich vielleicht in die Verantwortung einbinden. Und eventuell könne man auch Freunde ansprechen, nicht erst kurz vor der Wahl, sondern gleich nach der heutigen Versammlung.

Im Sommer werde es eine Bürgerversammlung in Chammünster geben, wo es um die Neugestaltung des Dorfkerns und des Hintereder-Areals geht. Da könne jeder seine Ideen dazu vorbringen. Stoiber erinnerte noch an die Schreiben wegen des Glasfaserausbaus in der Stadt. Man solle das Nutzungsrecht gewähren, da man dann kostenlos das Glasfaserkabel bis ins Haus bekommt. „Wenn der Bagger weg ist, ist’s vorbei.“ Im kommenden Jahr würden auch die grauen Flecken, wie in Hof, angegangen. „Das ziehen wir durch, weil es wichtig für die Entwicklung der Stadt ist.“ Genauso wie prosperierende Vereine.

Aus den FCC-Abteilungen

CHAMMÜNSTER. (chi) Den Reigen der Berichte aus den Abteilungen bei der Jahresversammlung des FC Chammünster eröffnete Michael Deisinger für die Fußballer. Er ist noch nicht lange im Amt, wurde für Christian Schwarzfischer nachgewählt. Die erste Mannschaft sei in der Vorsaison auf Platz vier gelandet, dann habe der Trainer aufgehört. Im Sommer sei daher ein neuer Übungsleiter geholt worden, mit dem zumindest ein einstelliger Tabellenplatz anvisiert wurde. Die Mannschaft habe gut angefangen, aber dann geschwächelt, obwohl es gut mit jungen Spielern ausgeschaut habe. So wurde im Dezember Karl-Heinz Wanninger reaktiviert, Stimmung und Trainingsbeteiligung der Mannschaft seien seitdem wieder besser. Die Jugend habe sechs Mannschaften in Spielgemeinschaften im Spielbetrieb, dazu zwei Bambini-Teams.

Die Abteilung plane am 30. April zusammen mit Chamerau ein Bockbierfest, auch das „Legenden-Spiel“ der Ehemaligen der beiden Nachbarvereine soll wieder stattfinden. Genauso wie der Weihnachtsmarkt, für den sich Deisinger aber mehr Unterstützung durch die Mitglieder erhofft. Ansonsten habe die UEFA anlässlich der EM Fördergelder für Sportanlagen zur Verfügung gestellt. Die FC-Fußballer haben dazu einen Antrag eingereicht, sind bei der ersten Runde aber noch nicht berücksichtigt worden. Geplant sei eine PV-Anlage mi Speicher fürs Vereinsheim, vor allem für die Duschen. 70000 Euro würde die kosten.

Nötig seien zudem ein neuer Ballfangzaun, ein Rasenmäher, eine Flutlicht-Anlage für den Hauptplatz, weil der bisherige Trainingsplatz so ein Acker geworden sei, dass ein Training darauf gefährlich sei. Ein neues Problem sei bei der Sprinkleranlage des Rasens aufgetaucht. Die Stadtwerke hätten den Druck in den Wasserleitungen reduziert, so dass die bisherige Vorrichtung nicht mehr ausreichend funktioniere. Die könne auch nicht an den neuen Druck angeglichen werden, eine neue Anlage müsse her.

Bei der Turnabteilung wurde die Leitung bei der Neuwahl vor kurzem weitgehend bestätigt, wie Agnes Schichtl erwähnte. Für den 26. April planen die Turnerinnen eine Familienwanderung auf den Lamberg. Beim Fest in Bergerdorf wird sich die Turnabteilung wieder beteiligen. Wenn die Sportabzeichenabnahme heuer abgeschlossen ist, soll in kleinem Rahmen gefeiert werden, dass dies zum 30. Mal geschehen ist. Anfang Dezember wird wieder die Adventfeier am Ödenturm stattfinden. Neben den etablierten Turneinheiten für FCler vom Kleinkindalter bis zu den Senioren wird es nach Möglichkeit wieder ein Nordic-Walking-Angebot geben. Näheres, wenn es so weit ist. Agnes Schichtl war froh, dass vier Jugendliche sich im vergangenen Jahr als Übungsleiter haben ausbilden lassen und seitdem im Kinderturnen sowie beim Einradtraining zuverlässig aktiv sind.

Von der Eisstockabteilung, die seit ein paar Jahren nur noch auf dem Papier existiert, war niemand zur Versammlung gekommen. Und auch die Tischtennisabteilung bestehe nur noch aus einem Mitglied, berichtete Dr. Turba, „und das bin ich“. Es gebe leider niemanden im Verein, der ihm helfe, die Abteilung zu reaktivieren. Er versuche noch mal, mit der Schule etwas zu vereinbaren, wenn dies nicht gelinge, „dann mach’ma zu“.

Bei der Ski- und Inlineabteilung schaut es zum Glück noch besser aus. „Die Abteilung ist gut unterwegs“, fand zweiter Spartenleiter Andy Babl. Und das nicht nur kilometermäßig. Denn die Sportler sind im Sommer wie im Winter viel auf Achse. Die Inline-Aktiven zu den Weltcuprennen und Meisterschaften in ganz Deutschland und Europa, von Litauen über Slowenien bis Spanien, die Skifahrer gerade heuer öfter in die Alpen, aber auch dreimal pro Woche zum Arber oder zum Predigtstuhl.

Von daher sei der Vereinsbus für die Abteilung sehr wichtig, rund 100 Einsätze habe er durch sie gehabt. Heuer werde er wohl noch herhalten, dann braucht es einen neuen. Mit den 27000 Euro wie beim jetzigen brauche man heute nicht mehr rechnen, da geht es eher um 50000 Euro. Die Abteilung habe schon dafür gespart, werde aber vom Hauptverein Unterstützung brauchen.

Für heuer sei wieder das Rennen zum Bayerwald-Inline-Cup in Chameregg geplant und auch fürs Ski-Trainingslager in Sölden könne man sich schon anmelden. Das Inline-Training von der Brücke bei Chammünster habe schon begonnen, immer dienstags ab 17 Uhr wird dort Slalom geübt. Auch der Inlinekurs wird wieder im Mai stattfinden. „Wir sind sehr zufrieden“, schloss Babl seinen Bericht, „wir sind immer noch sehr gut aufgestellt.“

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