FC Chammünster richtet kommendes Wochenende „Hemden-Meister-German-open Inline alpin 2016“ in Chammünster aus

CHAMMÜNSTER. (hh/chi) Nächstes Wochenende ist es schon soweit, da startet am Samstag, 6. August, in Chammünster die offene Deutsche Meisterschaft im Inline-alpin-Sport, die Hemden-Meister-German-open Inline alpin 2016, in den Disziplinen Slalom und Riesenslalom.

Für eine Hundertstelsekunde kann man schon mal in die Knie gehen: Sebastian Gruber vom FC Chammünster bei der WM 2012 im Parallelslalom.

Dann werden sich rund 150 Sportler aus ganz Deutschland, vor allem aus dem Süden und Westen des Landes, aber auch etliche aus dem ost- und südeuropäischen Ausland auf ihren Inline-Schuhen den Parcours auf der Pfarrer-Mandl-Straße vom Kapellenbaum bzw. Sportgelände bis zur Grundschule hinunterstürzen und um die Meistertitel kämpfen. Der Inline-Nachwuchs versucht sich zuvor beim Mode-Schödlbauer-Bambini-Cup, zu dem heuer anlässlich der Deutschen Meisterschaft ausnahmsweise ein zweites Rennen in die Wertung einfließt, eben dies in Chammünster auf dem Schulhof.

Veranstalter dieser Deutschen Meisterschaft ist der DRIV, der Deutsche Rollsport- und Inlineverband, im Weltverband FIRS (Féderation internationale de Roller Sports), da sich die Bemühungen um eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Deutschen Skiverband, DSV, bei dem Inline-alpin-Sportler, die eben auch Ski fahren, über die Landesskiverbände organisiert sind, vorerst gescheitert sind. Trotzdem sind natürlich alle Spitzensportler im Inline alpin zur Deutschen Meisterschaft in Chammünster eingeladen und bisher haben auch schon etliche „DSVler“ ihre Teilnahme zugesagt. Die Basis ist halt nicht nur in der Kirche oft beweglicher und schneller als die Verbände, die um ihre Pfründe bangen.

„Wenn ich zurückdenke, wie alles vor über 14 Jahren mit ein paar Idealisten in der Schweiz und Deutschland begonnen hat und wo der Sport jetzt steht – einfach sensationell! Einen großen Teil dazu beigetragen haben die Top-Inline-Slalom-Wettkämpfe, jeweils hier in Cham“, hatte Markus Blättler, Chef des internationalen Rollsportverbands WIAC, in seinem Grußwort zur WM 2012 geschrieben. Und er hat Recht und das gilt auch heute noch, wenn man die enorme Rasanz der Slalom-Rennen heute mit den dagegen direkt gemütlich erscheinenden früheren, weiter gesteckten Läufen vergleicht. Aber sowohl bei Material, Training und Fahrtechnik hat sich in den letzten Jahren bei diesem Sport eben viel entwickelt. Daneben hat sich auch der Kreis der Sportler, die Inline alpin fahren, enorm erweitert, die Spitze ist enger zusammengerückt und durchlässiger geworden und die Zeitunterschiede in den einzelnen Läufen müssen nach Hundertstelsekunden berechnet werden.

Und warum darf jetzt gerade der FC Chammünster erneut eine bedeutende Meisterschaft ausrichten? Nun, der FCC war einer der ersten in Deutschland, der Inline alpin als ideales Sommertraining für seine Skirennläufer entdeckt hat (1997) und der seitdem immer wieder Spitzenfahrer hervorgebracht hat. Heuer gab es bereits zwei Weltmeistertitel für Claudia Wittmann und Katharina Hoffmann sowie einen Vizetitel für die Claudia, die auch beim Internationalen Inlinecup mit an der Spitze liegt. Aber auch Gesamteuropa- und –weltcupsieger, Europameister, vielfache Deutsche Meister oder auch Weltranglistenerste gab und gibt es im Dorfverein mit seinen rund 900 Mitgliedern und etwa 300 Mitgliedern in der Ski- & Inlineabteilung. Ein anderer Grund ist, dass der FCC mit seinen rein ehrenamtlich tätigen Helfern aus dem gesamten Verein schon mehrfach bewiesen hat, dass er auch sportliche Großereignisse bestens organisieren und durchführen kann. Dreimal war er bisher der „Nabel der Inline-alpin-Welt“: Der Europacup 2004 und die Europameisterschaft 2007 fanden bereits auf der WM-Strecke in Cham – vom Schulberg über die Schanze nach Brunnendorf – statt, 2011 richtete der FCC schon einmal die Deutschen Meisterschaften in Chammünster aus, 2012 dann die große, fünftägige Weltmeisterschaft in Cham.

Da muss man sich erst mal runterfahren trauen, von der hohen Startrampe.

Und nun also steht die offene Deutsche Meisterschaft für den FC Chammünster zur Durchführung an, die Hemden-Meister-German-open Inline alpin 2016, auf der Pfarrer-Mandl-Straße in Chammünster. Am Samstag, 6. August, wird der Riesenslalom-Wettbewerb durchgeführt. Der Start wird kurz unterhalb der Kuppe beim Kapellenbaum sein, die Strecke führt dann am Sportgelände vorbei bis Höhe Grundschule Chammünster, wo der Zielbogen sein wird und der Auslauf in die Untere Schulstraße abbiegt. Beim Slalom am Sonntagvormittag wird der Start etwa in Höhe des Fußballplatzes sein, ansonsten ist die Strecke dieselbe. Auf dem Sportgelände des FCC werden auch die Verpflegungsstände sein sowie das Rahmenprogramm und die Siegerehrungen stattfinden.

Die Schirmherrschaft über die Deutsche Meisterschaft hat übrigens Josef Rädlinger junior übernommen, ihn werden sowohl Landrat Franz Löffler als auch Bürgermeisterin Karin Bucher als Ehrenschirmherrn unterstützen. Weil schönes, möglichst trockenes Wetter schon ideal für die Wettbewerbe wäre. Wenn’s regnet, gibt’s nur viel Arbeit für die Helfer und auch der Sport kann nicht ganz so spektakulär durchgeführt werden wie bei einer trockenen Fahrbahn und ist außerdem wegen der wechselnden Bedingungen nicht so fair abzuwickeln. Aber die Minstacher Organisatoren haben bis jetzt immer Glück gehabt mit den Wetterbedingungen – und so wird’s auch heuer sein.

Weitere Informationen zur Hemden-Meister-German-open Inline alpin 2016 unter www.fc-chammuenster.de/dm2016.

Spektakulär ist der Sport für Zuschauer und Sportler gleichermaßen.

Dynamik und Konzentration, damit die Anfahrt zum nächsten Tor stimmt.

 

Inline-alpin-Sport – seit wann gibt es diese Sportart und was ist das überhaupt?

Der Inline-Alpin-Sport wird seit zirka 20 Jahren betrieben. Ursprünglich als Sommertraining der Alpin-Skirennläufer gedacht, hat sich die Sportart inzwischen eine Eigenständigkeit mit eigenen regionalen, deutschen und internationalen Meisterschaften erarbeitet. Beim Inline-alpin-Sport werden Slalom- bzw. Riesenslalomrennen auf meistens relativ steilen Asphaltstraßen gefahren. Die Kippstangen des Parcours stecken dabei in Metallbodenplatten, die nach jedem Läufer wieder in ihre auf die Straße aufgezeichnete Markierung gerutscht werden, damit alle Läufer die gleiche Strecke absolvieren können. Der Bewegungsablauf der Rennläufer ist zwischen den Stangen ähnlich wie beim Ski-Slalomfahren, durch die kürzeren Inlineschuhe und den festen Untergrund aber natürlich nicht identisch. Doch kann man dabei Beweglichkeit, Konzentration, Koordination und Slalomtechnik bestens trainieren.

Weltmeisterschaften in dieser Sportart gab es bisher inoffiziell bereits drei oder vier. Die erste offizielle WM über die WIAC (World Inline Alpin Committee) fand 2010 im schwäbischen Unterensingen statt, mit einem Weltmeistertitel für den „Minstacher“ Sebastian Gruber. Die große Bedeutung der WM in Cham 2012 lag darin, dass es die erste WM über die FIRS (Fédération Internationale de Roller Sports), dem offiziell im IOC vertretenen Rollsport-Verband, ist. Damit könnte der Sport einmal olympisch werden, wenn er sich auch international und auf mehreren Kontinenten durchsetzt. Das wäre für die junge, rasante, publikumsträchtige Inline-alpin-Sportart ein echtes Highlight und wohl auch ein Anreiz für eine weitere Verbreitung des Sports.

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